Marokko – Prozess gegen Mörder der zwei skandinavischen Touristinnen beginnt.

Familien der Opfer nicht anwesend.

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Opfer
Opfer des Mordes in Imlil am Jabal Toubkal

Ab dem 2. Mai stehen die vier Haupttäter und weitere 20 Personen in Salé vor Gericht.

Rabat – Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder und deren Unterstützer, im Fall der brutal getöteten skandinavischen Studentinnen vom letzten Dezember, beginnt. Die mutmaßlichen Mörder der beiden jungen skandinavischen Touristinnen, die Mitte Dezember im Atlasgebirge im Namen der Gruppe des Islamischen Staates Daech (ISIS) enthauptet wurden, werden ab dem 2. Mai in Salé zusammen mit rund 20 weiteren Verdächtigen vor Gericht gestellt.

Marokko – Tatverdächtige im Fall der Morde vom Jabal Toubkal verhaftet.

Mord wird als terroristische Tat eingestuft.

Louisa V. L., eine 24-jährige dänische Studentin und ihre Freundin Maren U., eine 28-jährige Norwegerin, wurden in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 2018 an einem abgelegenen Ort im Hohen Atlas bei Imlil getötet. Ihre Kehlen wurden aufgeschlitzt und anschließen wurden die beiden jungen Frauen enthauptet.

Insgesamt werden die 24 Angeklagten, nach diesem schrecklichen Ereignis, das in Marokko, Norwegen und Dänemark für Aufregung und Bestürzung sorgte, vor der Strafkammer des Berufungsgerichts Salé wegen „Unterstützung des Terrorismus, vorsätzlichem Angriff auf das Leben von Personen und Bildung einer terroristischen Vereinigung“ sowie „Mord“ angeklagt. Den Angeklagten droht nach geltendem marokkanischen Strafrechts die Todesstrafe. Diese wurde aber im Königreich seit 12 Jahren nicht mehr vollstreckt. Im Internet kursieren Aufrufe, die die Todesstrafe und ihre Vollstreckung in diesem Fall fordern.

Marokko – Proteste gegen den Terrorismus

Familien der Opfer nicht anwesend.

Die Familien und Anwälte der Opfer werden bei der Verhandlung nicht anwesend sein und haben nach den von der AFP erhaltenen Informationen keine zivilen Nebenklagen eingereicht. Nach der Entdeckung der Leichen waren die marokkanischen Behörden zunächst vorsichtig und sprachen lediglich von einer „Straftat“ und „Spuren von Messergewalt“ an den Hälsen zweier Touristen. Aber die Situation änderte sich schlagartig, nachdem ein Video, das die Enthauptung der Opfer zeigte, und das von einem der Mörder mit einem Handy gefilmt und in sozialen Netzwerken verbreitet wurde. In dieser extrem gewalttätigen Sequenz spricht einer der Mörder von „Feinden Allahs“ und „Rache“ für „Brüder“ in Syrien. Ein weiteres Video, das gleichzeitig veröffentlicht wurde, zeigte die mutmaßlichen Mörder, die Abu Bakr al-Baghdadi, dem Anführer des Daech (ISIS), die Treue schworen, vor einer Flagge dieser Organisation.

Ausländer mutmaßlich an der Tat beteiligt.

Unter den Angeklagten sind auch nicht marokkanische Staatsbürger. Unter ihnen ein in Marokko lebender Hispano-Schweizer. Er steht im Verdacht, den Hauptverdächtigen beigebracht zu haben, verschlüsselte E-Mails zu verwenden, sie im Schießen angeleitet zu haben und an der Rekrutierung von Personen beteiligt gewesen zu sein. Vor dem Gericht in Salé, das in Marokko für Verfahren mit terroristischem Hintergrund zuständig ist, beteuerte er bisher seine Unschuld.

Ein weiterer Schweizer Staatsbürger, der nach dem Doppelmord verhaftet wurde, wurde separat vor Gericht gestellt und Mitte April wegen „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ und wegen seiner Verbindungen zu einem anderen Netzwerk radikaler Personen bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt.

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