IKEA prüft Expansion in Marrakech.

Abhol- und Servicestation am 09. November 2017 in Marrakech eröffnet.

IKEA

Schwedisches Möbelhaus IKEA eröffnet Abholstation in Marrakech.

Marrakech – Das schwedische Möbelhaus prüft weitere Expansionsmöglichkeiten in Marokko. Nach der Eröffnung in Casablanca und Tanger plant IKEA weitere Standorte. Da man sich aber über die weitere Akzeptanz der Marke und der angebotenen Produkte noch immer nicht ganz sicher ist, soll nun der Markt in Marrakech getestet werden. Dabei greifen die Schweden auf ein Konzept zurück, welches auch in Europa angewendet wird. Dort wo Unsicherheit besteht, ob der Markt für ein umfängliches Möbelhaus ausreichend groß und kaufkräftig ist, werden sog. Abholstationen (Pick-Up-Stations) eröffnet. Zum einen wird ein begrenztes Sortiment bereitgehalten und zum anderen kann man vor Ort, über den ausliegenden Katalog, Bestellungen aufgeben bzw. sich vorab beraten lassen. Alternativ kann man auch im Internet von Zuhause aus bestellen und sich alle Waren an die Abholstation liefern lassen.

Abhol- und Servicestation am 09. November 2017 in Marrakech eröffnet.

Im Einkaufszentrum „Al Mazar“ in Marrakesch hat nun IKEA eine Abhol- und Servicestation eröffnet. Die marokkanische Betreibergesellschaft „Sym“ hat dazu in der Mall eine Fläche von 300 Quadratmeter angemietet. Gegenüber dem marokkanischen Wirtschaftsmagazin L´Economist machte der Generaldirektor vor Ort klar, dass es darum geht den Markt in Marrakech zu testet. Wenn die Resonanz positiv ausfällt, ist es nicht ausgeschlossen, dass man auch eine umfängliche Präsenz in der Region Marrakech errichtet, so die Aussage gegenüber dem Magazin.

IKEA wird in Marokko gut angenommen.

Die in 2016 eröffnete Filiale in Casablanca Zenata übertrifft bereits das ursprüngliche Ziel von zwei Millionen Besucher im Jahr. IKEA hat alleine in dieser Filiale ca. 400 direkte Arbeitsplätze und rund 1.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen. Zum Umsatz in Marokko hat sich das schwedische Unternehmen bzw. der marokkanische Ableger „Sym“ bisher nicht geäußert. Neben Marrakech hat IKEA auch einen möglichen Standort zwischen Fés und Meknes im Auge. Für die Möbelhauskette sind die Kriterien „Anbindung an das Autobahn- und Straßennetz“ sowie „Kaufkraft“ wichtig. Daher wurden die ersten Filialen auch in den wirtschaftlich stärksten Regionen Marokkos Casablanca und Tanger eröffnet. Hinsichtlich der Akzeptanz des Angebots hat man sich bei IKEA ebenfalls zunächst Sorgen gemacht. Die marokkanische Kundschaft ist grundsätzlich offen für modernes Design bzw. Industriedesign, aber doch verankert in maghrebinischen Ausstattungswelten. Bei kaufkräftigen Bevölkerungsschichten und bei jungen Paaren setzt sich aber zunehmend das westliche bzw. europäische Bild durch. Dies kommt IKEA entgegen.

IKEA trifft auf keine ernsthafte Konkurrenz.

In Marokko haben die Schweden kaum mit ernsthafter Konkurrenz zu kämpfen. Die örtlichen Kleinhandwerker können mit der Massenfertigung kaum mithalten und leben von der Verbundenheit der Marokkaner zur traditionellen Wohneinrichtungen. IKEA hat aber ausreichend finanzielle Mittel um einen Verdrängungswettbewerb durchzuhalten und über Werbung die Akzeptanz seines Angebots zu verbessern. Hinsichtlich eines Konkurrenten trifft IKEA lediglich auf die Möbelkette KITEA. Ob das schwedische Möbelhaus ein gesondertes Angebot für Marokko einführen wird, bleibt unklar. Bei den Sonderaktionen und Alltagsgegenständen wurden bereits Artikel wie ein Tagine angeboten.