StartMarokkoMarokko – Außenministerium reagiert auf Putsch in Gabun

Marokko – Außenministerium reagiert auf Putsch in Gabun

Putsch nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse zur Präsidentschaftswahl

Marokko beobachte aufmerksam die Situation in Gabun – Traditionell enge Beziehungen zwischen Marokko und dem zentralafrikanischen Land am Atlantik

Rabat – Nun hat Marokko, wie bereits früher erwartet, auf den Militärputsch im zentralafrikanischen Land Gabun reagiert. Traditionell pflegt Marokko enge Beziehungen zu Gabun und der erst kürzlich wiedergewählte Präsident Ali Bongo und König Mohammed VI. sind seit jungentagen eng befreundet. Der marokkanische König verbringt regelmäßig mehrere Wochen in dem afrikanischen Land, wo er eine Residenz besitzt. Daher wurde eine Reaktion des Königreichs bereits erwartet. Nun hat das marokkanische Außenministerium eine überraschend kurze und relativ neutrale Stellungnahme auf der eigenen Webseite veröffentlicht.

„Das Königreich Marokko verfolgt aufmerksam die Entwicklungen in der Gabunischen Republik“

Das Königreich Marokko würde die Entwicklungen in der Gabunischen Republik aufmerksam verfolgen, so das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und marokkanische Auswanderer (Außenministerium) am heutigen Mittwochnachmittag (30. August 2023).

„Das Königreich Marokko betont, wie wichtig es ist, die Stabilität dieses brüderlichen Landes und die Ruhe seiner Bevölkerung zu bewahren“, so das Ministerium in seiner Erklärung weiter.

Das marokkanische Außenministerium fügte hinzu, dass „Marokko der Weisheit der gabunischen Nation, ihren treibenden Kräften und ihren nationalen Institutionen vertraut, um eine Perspektive zu entwickeln, die es ermöglicht, im höchsten Interesse des Landes zu handeln, die erreichten Errungenschaften zu bewahren und die Erwartungen des brüderlichen gabunischen Volkes zu erfüllen.“

Militärputsch nach Wiederwahl von Präsident Ali Bongo

Eine Hand voll Offiziere haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in dem zentralafrikanischen Land Gabun die Macht übernommen und gegen das Regime von Präsident Ali Bongo geputscht. Die mindesten 12 Offiziere erschienen in der Nacht auf den Bildschirmen des staatlichen TV-Senders Gabun24, wo sie bekanntgaben, dass sie das aktuelle Regime beendet hätten. „Wir, die Verteidiger- und Sicherheitskräfte, vereint im Komitee für den Übergang und die Widerherstellung von Institutionen (CTRI), haben im Namen des gabunischen Volkes und Garant für den Schutz der Institutionen beschlossen, den Frieden zu verteidigen, indem wir dem derzeitigen Regime ein Ende setzen, so einer der Offiziere (Oberst) der Armee. „Zu diesem Zweck werden die allgemeinen Wahlen vom 26. August 2023 sowie die kürzlich bekanntgegebenen Ergebnisse annulliert“, fügte er hinzu. Unter den Offizieren befanden sich augenscheinlich Mitglieder der republikanischen Garde, einer Eliteeinheit in Gabun.

Putsch nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse zur Präsidentschaftswahl

Der Putsch in Gabun fand nur kurz nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse und der Bestätigung der Wiederwahl von Präsident Ali Bongo statt, der danach mit 64,27% der abgegebenen Stimmen gewonnen haben soll und von der Wahlkommission zum Sieger erklärt wurde. Präsident Ali Bongo regiert bereits seit 14 Jahren und folgte im Jahr 2009 auf seinen Vater, Omar Bongo Omdimba, der zuvor das gas- und ölreiche Land nach der Unabhängigkeit von Frankreich 41 Jahre regiert hatte. Entsprechend wird auch von eine Bongo Dynastie gesprochen, die nach Aussagen von Kritikern und Oppositionellen nicht zum Vorteil des Landes handele. So war es nötig, dass Gabun auf eine Spende marokkanischer Düngemittel für die Unterstützung der Landwirtschaft angewiesen war, die der marokkanische König an seinen Jugendfreund, Präsident Bongo, persönlich übergab.

König
Quelle MAP – König Mohammed VI. – Präsident Ali Bongo Ondimba Gabun 15.02.2023

Die Regierung hatte nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP zu den Wahlen das Internet abgeschaltet, um der Verbreitung von mutmaßlichen „Fake News“ vorzubeugen.

Die Putschisten haben eine Ausgangssperre verhängt und die Außengrenzen offiziell geschlossen. Vereinzelt soll es auch Schusswechsel in der Hauptstadt Libreville gegeben haben.

Präsident Ali Bongo hat sich inzwischen per Video – Botschaft gemeldet. Nach seinen Angaben wird er im Hausarrest gehalten. In seiner Botschaft fordert er befreundete Kräfte auf, ihm und dem Land zur Hilfe zu kommen.
In seiner aktuellen Stellungnahme hat das marokkanische Außenministerium nicht auf den Hilferuf reagiert.

Marokko – König übergibt 2.000 Tonnen Düngemittelspende an gabunischen Präsidenten

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