Marokko verhaftet sechs Terrorverdächtige ISIS.

Terrorverdächtige in mehreren Städten verhaftet.

Terrorverdächtige in mehreren Städten verhaftet. Materialien und Todesliste gefunden

Rabat – Die marokkanischen Sicherheitsbehörden verhafteten sechs Terrorverdächtige mit möglichen Kontakten zum sog. Islamishen Staat (ISIS). Wie das “Zentrale Büro für juristische Ermittlungen” (BCIJ) am letzten Mittwoch mitteilte, wurden die sechs Verdächtige am letzten Dienstag in einer landesweiten Aktion verhaftet. Vor allem in den Städten wurden die Terrorverdächtigen verhaftet, darunter Casablanca, Tanger, Tetouan, Marrakech und Safi, wie das Innenministerium in einer Erklärung am letzten Mittwoch bestätigte.

Bei den Ermittlung ist man, nach eigenen Angaben auf Hinweise gestoßen, dass die verhaftetet Terrorverdächtigen zu den Unterstützer der Anschläge in Europa gehörten. Für Marokko sollen ähnliche Anschläge in Planung gewesen sein.

Die Ermittlungen zeigten auch, dass einige der Festgenommenen Kontakte zu ISIS-Kämpfern in Syrien und Irak hatten. Ebenso wurden sie in der Herstellung von Sprengstoffen und dem Bombenbau ausgebildet.

Materialien zur Herstellung von Sprengstoffen gefunden. Liste mit Anschlagszielen und Todesliste gefunden.

Im Rahmen der Verhaftung fanden die Ermittler Materialien sowie Chemikalien für den Bau von Sprengstoffen. Auch technische Geräte sowie eine Liste mit möglichen Anschlagszielen. Ebenfalls wurde eine Todesliste mit Personen gefunden, die als Gegner der ISIS-Ideologie eingestuft wurden. Über die betroffenen Personen und den Anschlagszielen wurde nichts bekannt.

Die Terrorverdächtigen sollen zeitnah vor Gericht gestellt werden. Noch sind nicht alle Ermittlungen beendet und die Beweisaufnahme noch nicht angeschlossen. Der Erklärung des Innenministeriums ist weiterhin zu entnehmen, dass die jetzige Verhaftung ein Teil einer größeren Untersuchung ist.

Marokko identifiziert wiederholt Terrorverdächtige in Marokko.

In den vergangenen Jahren haben die marokkanischen Behörden immer wieder Terrorverdächtige und Terrorzellen identifiziert – maghreb-post berichtete. Erst im Februar dieses Jahres hat das Ministerium für internationale Zusammenarbeit mitgeteilt 168 Zellen in Marokko identifiziert und ausgehoben zu haben. Darunter sollen fünfzig der Terrorzellen in enger Verbindung zu Netzwerken aus Afghanistan, Pakistan, Irak, und Syrien gestanden haben.

Marokkanische Behörden bauen auf ein Netzwerk von Informanten.

Die marokkanischen Behörden bauen bei ihren Ermittlungen auf ein ausgeprägtes Netzwerk an Informanten. Die zentrale Ermittlungsbehörde BCIJ haben auch umfangreiche technische Möglichkeiten Kommunikation zu beobachten und zu analysieren. Seit den Anschlägen von Casablanca und Marrakech gab es keine weiteren Terroranschläge in Marokko. König Mohammed VI. hatte damals angekündigt gegen den Terrorismus vorzugehen. Dabei verfolgt der König eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite wird intensiv ermittelt und überwacht. Auf der anderen Seite soll im Land ein liberaler und toleranter Islam vorherrschen. So soll den ISIS-Sympathisanten der Nährboden entzogen werden. Allerdings sind die Auslegungen der Religion nur ein möglicher Nährboden. Auch die soziale- und wirtschaftliche Lage der Menschen ist eine Quelle für radikal Ansichten und die Bereitschaft zur Gewalt.