StartGesellschaftMarokko – Zur Reform des Familienrechts stellt Frauenorganisation Forderungen.

Marokko – Zur Reform des Familienrechts stellt Frauenorganisation Forderungen.

Faires und gerechtes Frauenrecht gefordert.

Nächstes Treffen der Kommission für die Reform des Familienrechts will sich mit den Vertretern der Frauenverbände beraten.

Rabat – Die vom König benannte Kommission zur Überarbeitung des Familienrechts lädt die nächsten Vertreter / Vertreterinnen einer wichtigen gesellschaftlichen Gruppe zu Gesprächen ein.

Für den kommenden Donnerstag ist ein Treffen mit der übergeordneten Koordinationsgruppe der Organisationen geplant, die sich für Frauenrechte einsetzen.

Im Vorfeld gab die Vorsitzende der gemeinsamen Koordinationsstelle, Frau Aicha Oulahyana, die Forderungen aus Sicht der Frauenverbände in einer Presseerklärung bekannt. Sie kündigte an, dass man übergeordnete und abgestimmte Forderungen an die Kommission übergeben und erläutern werde. Die für die Frauenvertretungen wichtigen Aspekte würden danach aus den Erfahrung der letzten 20 Jahre resultieren, die man seit der letzten Reform des Familienrechtes gemacht habe.

Faires und gerechtes Frauenrecht gefordert.

Die Koordinierungsstelle, so heißt es in der Erklärung weiter, fordere ein faires und gerechtes Familiengesetzbuch, das allen Herausforderung gerecht und den Ansprüchen der marokkanischen Verfassung und den zugestimmten internationalen Konventionen endlich entsprechen müsse. Mehr Details wurden aber nicht genannt.

Dabei ist das politische Spektrum und der Katalog der Frauenverbände durchaus breit. Die Bandbreite reicht von den liberalen Ansichten von der grundsätzlichen Freiheit und Selbstbestimmung vor allem über den eigenen Körper; Aufhebung des Sexverbotes außerhalb der Ehe, Verbot von Ehen bei Minderjährigen oder Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbrüche und Gleichstellung der Geschlechter im Erbrecht, bis zu vollständigen Einführung strengster religiöser Regeln.

Bereits im Jahr 2004 zeigte sich dieses Spannungsfeld. Währender der politischen Debatte zur damaligen ersten Reform des Familienrechts unter König Mohammed VI. kam es zu gegenläufigen Demonstration der Frauen, z.B. in der Stadt Casablanca. Hunderttausende Frauen protestierten zum einen für die Reform. Zugleich gingen nicht weniger Frauen auf die Straßen der Wirtschaftsmetropole, um für die strenge Umsetzung der islamischen Regelungen und die Ablehnung der Reform zu protestieren.

Koordinationsstelle betont Unterstützung durch König Mohammed VI.

Frau Ghizlane Benachir, die ebenfalls ein Mitglied des Koordinationsgremiums ist, ergänzte in einer weiteren Erklärung, dass dieses Koordinationsgremium bereits ein Ergebnis des königlichen Schreibens an den Regierungschef sei, in dem König Mohammed VI. gefordert habe, eine Überarbeitung des Familienrechts durchzuführen, um die Nachteile für Frauen in der Gesellschaft abzuschaffen sowie dabei breite Konsultationen mit allen gesellschaftlichen Gruppe vorzunehmen. Diese gesellschaftlichen Gruppen sollen damit die Möglichkeit erhalten, eigene Vorschläge beizutragen.
Durch die Einladung von solchen Gruppen kommt also die eingesetzte Kommission für die Reform des Familienrechtes den Anweisungen des marokkanischen Königs nach.

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