Algerien – Präsident entlässt Finanzminister

Entlassung trotz Krise mit Spanien und drohender Reaktionen der EU

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Abderrahmane Raouya ist nicht mehr Finanzminister Algeriens – Präsident Abdelmajid Tebboune verkündet Entlassung

Algier – Es ist nur eine kurze Pressemeldung, die das Büro des Präsidialamts am gestrigen 14. Juni 2022 herausgegeben hat. Doch die Bestätigung könnte es in sich haben.

Der Präsident der Republik, Abdelmadjid Tebboune, unterzeichnete am Dienstag einen Präsidialerlass, der das Amt des Finanzministers Abderrahmane Raouya beendet und den Generalsekretär des Finanzministeriums, Brahim Djamel Kessali, mit der vorübergehenden Amtsführung beauftragt, so die Erklärung des Präsidialamts, die von der staatlichen Nachrichtenagentur APS zitiert wurde.

„Gemäß Artikel 91 Absatz 7 der Verfassung und nach Beratungen mit Premierminister Aïmene Benabderrahmane hat der Präsident der Republik, Abdelmadjid Tebboune, heute einen Präsidialerlass herausgegeben“, heißt es weiter.

Zu den Gründen der Entlassung von Ex-Finanzminister Raouya wurde vom Präsidialamt nichts ausgeführt.

Die Entlassung kommt aber zu einem Zeitpunkt, in dem Algerien eine zunehmende Verschlechterung der Beziehungen mit Spanien und der Europäischen Union erlebt und auch Finanzinstrumente von Seiten Algier gegen Madrid in Stellung gebracht worden sind. So soll Algerien den direkten Finanztransfer mit Spanien eingeschränkt oder gar vollständig eingestellt haben. Algerische Medien berichten unter anderem, dass der jetzt entlassen algerische Finanzminister sich gegen die Sanktionen gewandt hatte und trotz Aufforderung dem Präsidenten gegenüber, keine Garantie darüber abgeben wollte, dass der Finanzstrom vollständig eingestellt werden kann.

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