Französisches Präsidentenpaar zu Besuch in Marokko.

König Mohammed VI., Kronprinz Hassan, Prinz Rachid und Prinzessin Salma begrüßten den französischen Präsidenten und seine Frau

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Zweitätiger Staatsbesuch in Marokko des französischen Präsidentenpaars.

Rabat – Das französische Präsidentenpaar Brigitte und Emanuel Macron sind zu einem ersten offiziellen Staatsbesuch in Marokko eingetroffen. König Mohammed VI., Kronprinz Hassan, Prinz Rachid und Prinzessin Salma begrüßten den französischen Präsidenten und seine Frau am Flughafen Rabat/Salé mit allen Ehren des Protokolls.

Der neugewählte französische Präsident wurde gleich nach seiner Wahl von König Mohammed VI. eingeladen. Der Besuch dient dem Aufbau einer persönlichen Ebene zwischen den beiden Staatslenkern und stellt damit eine vertrauensbildende Maßnahme da. Präsident Macron wird am heutigen Tag zunächst im Königspalast Rabat am Fastenbrechen teilnehmen. Anschließend ist ein Vieraugengespräch zwischen dem Präsidenten und König Mohammed VI. vorgesehen. Während des Besuches in Marokko sind auch Treffen mit dem Regierungschef Saad-Eddine El Othmani und mit den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern vorgesehen.

https://youtu.be/gF-zOcJgqDE

Enge Verbindungen zwischen Marokko und Frankreich

Die Bindungen zwischen Frankreich und Marokko sind eng. Frankreich ist die ehemalige Kolonialmacht und im gesamten Land sind bis heute die Symbole dieser Zeit zu entdecken. Einige Teile der Infrastruktur, die politische Organisation des Landes, und nicht zuletzt ist Französisch bis heute offizielle Amtssprache. Ebenso sind zahlreiche Unternehmen aus Frankreich in Marokko tätig.

Verhältnis zu Frankreich nicht immer ungetrübt.

Durch die Historie als Kolonialmacht sind die Beziehungen zu Frankreich nicht immer ungetrübt. Frankreich sieht den gesamten Maghreb bis heute als Einflusssphäre und primäres Interessensgebiet. Gleichzeitig hält auch die marokkanische Staatsführung engen Kontakt zu Paris, weil man Frankreich als Interessensvertreter gegenüber Europa nutzt. Seit König Mohammed VI. die Macht in Marokko innehält, hat er versucht weitere Partner für die Entwicklung seines Landes zu gewinnen. In Europa hat er versucht, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Spanien auszubauen und darüber hinaus wird zunehmend Fachwissen aus Deutschland herangezogen. Insbesondere rund um die Entwicklung erneuerbarer Energien kooperiert Marokko mit Spanien und Deutschland und nur wenig mit Frankreich. Frankreich ist aber beim Bau der ersten Hochgeschwindigkeitszugstrecke Afrikas eingebunden und liefert mit dem TGV die Züge. In den letzten Jahren hat man sich aber auch für Inventionen aus Russland und vor allem China geöffnet.

Rede von Präsident Macron in Marokko

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Politisches Signal an Algerien

Der Besuch von Präsident Macron und seiner Frau in Marokko stellt in der langen Beziehung der beiden Länder eine Besonderheit da. Die letzten drei Vorgänger des französischen Präsidenten haben als erste Reise in den Maghreb stets das Nachbarland Algerien gewählt. Allerdings war Macron im Februar diesen Jahres noch als Kandidat in Algerien zu besuch und wurde dabei mit allen Ehren aufgenommen.

Das Verhältnis der beiden Nachbarländer Algerien und Marokko ist seit Jahrzehnten angespannt. Neben der Rivalität der unterschiedlichen politischen Systeme und der kollidierenden Machtinteressen, mit Bezug auf die Westsahara, führten die undefinierten Grenzziehungen zwischen den beiden Ländern sogar zu einem Krieg (sog. Sandkrieg). Da in beiden Staaten jeweils Frankreich die dominierende Kolonialmacht gewesen ist, ist das Erbe Frankreich also bis heute wirksam.

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