Maghreb – Algerien und Marokko steigern Rüstungsausgaben.

Rüstungsausgaben in Algerien und Marokko erreichen wieder Höchststände

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Rüstungsausgaben
Algerien und Marokko größte Waffenkäufer in Afrika

Algerien größter Waffenkäufer Afrikas.

Stockholm – Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI hat seinen aktuellen Bericht für das vergangene Jahr 2019 veröffentlicht. Das Stockholmer Institut untersucht, unter anderem die weltweiten Rüstungsausgaben. Dabei listet es alle Länder nach Regionen auf und errechnet die jährlichen Ausgaben für Rüstungsgüter in US-Dollar, in Eigenwährung und anteilig zum jeweiligen Bruttoinlandsprodukt. Nach Ergebnissen des Instituts sind die weltweiten Ausgaben für Waffen und militärische Ausstattung weiter gestiegen. Im Jahr 2019 stiegen diese auf 1.917 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr 2018 lässt sich eine Steigerung von 3,6% ermitteln. Dabei geben die USA weiterhin die größte Summe aus. Von den rund 2 Billionen US-Dollar entfielen 62% alleine auf nur fünf Länder. Darunter sind die USA, China, Indien, Russland und Saudi Arabien. Mit China und Indien sind erstmalig zwei asiatische Länder unter den ersten fünf Staaten, mit den höchsten Rüstungsausgaben.

Anteil der Rüstungsausgaben am BIP steigt im Durchschnitt.

Durchschnittlich machen die weltweiten Militärausgaben aktuell ca. 2,2% des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP) eines Landes aus. Damit werden pro Kopf ca. 249 US-Dollar für Waffen und damit verbundene Ausrüstung ausgegeben. „Die weltweiten Militärausgaben waren 2019 um 7,2 Prozent höher als 2010, was einen Trend zeigt, dass sich das Wachstum der Militärausgaben in den letzten Jahren beschleunigt hat“, sagt Dr. Nan Tian, ​​SIPRI-Forscher. „Dies ist das höchste Ausgabenniveau seit der globalen Finanzkrise von 2008 und stellt wahrscheinlich einen Spitzenwert bei den Ausgaben dar“, ergänzte er.

Algerien und Marokko auf den vordersten Plätzen in Afrika

Afrika ist ein Kontinent, der unter zahlreichen Konflikten und politischen Spannungen leidet. In Afrika finden sich die beiden maghrebinischen Länder Algerien und Marokko weit oben in der Rangliste. Algerien ist nicht nur bezogen auf die Landesfläche das größte Land Afrikas, sondern führt auch die Rangliste bei den Rüstungsausgaben an. Das nordafrikanische Königreich Marokko folgt auf Platz drei. Im Jahr 2019 hat Algerien, nach Angaben von SIPRI, ca. 10,3 Milliarden US-Dollar für Waffen ausgegeben. Wichtigster Lieferant ist dabei Russland. Aber auch in Deutschland hat Algerien militärische Ausrüstung bzw. Rüstungsgüter erworben. Marokko, als regionaler Konfliktpartner, hat im gleichen Zeitraum rund 3,8 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Wichtigste Lieferanten waren die USA und Frankreich.

Rüstungsausgaben in Algerien und Marokko erreichen wieder Höchststände

Noch Ende der 1980er Jahren gab Marokko, mit ca. zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr, noch deutlich mehr für Rüstung aus, als das Nachbarland Algerien. Seit 1997 hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten umgekehrt. Seit dem gibt Algerien deutlich mehr für Waffen aus, als das Königreich und der Abstand vergrößert sich. In den letzten 10 Jahren hat Algerien seine Ausgaben für Waffen nahezu verdoppelt. Marokkos Ausgaben stiegen dagegen im gleichen Zeitraum, um weniger als 20%.

Rüstungsausgaben
Vergleich der Rüstungsausgaben zwischen Algerien und Marokko – Datenquelle SIPRI

Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt sind die Rüstungsausgaben in Marokko relativ gesunken. 1988 haben die marokkanischen Rüstungsausgaben 4,1% der BIP gebunden. Im vergangenen Jahr waren es nach SIPRI 3,1%. In Algerien sind die Rüstungsausgaben nicht nur absolut gestiegen, sondern auch in Bezug auf das jährliche Volkseinkommen (BIP). Im Jahr 1988 lag der Anteil noch bei 1,7%. Im betrachteten Untersuchungsjahr 2019 erreichten die Ausgaben 6,0% des BIP.

BIP
Anteil der Militärausgaben im Verhältnis vom BIP
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