Maghreb – Westsahara UNO – Runder Tisch beginnt in Genf.

Marokko und Algerien treffen aufeinander.

UNO - Sondergesandte
UNO - Sondergesandter Bundespräsident a.D. Dr. Horst Köhler in der Westsahara.

Delegationen Algeriens, Marokkos, Mauretaniens und der Polisario treffen sich in der Schweiz.

Genf – Heute und morgen treffen sich Delegationen aus Algerien, Marokko, Mauretanien und Vertreter der Westsahara – Befreiungsfront Polisario in der Schweiz. Auf Einladung des UNO – Sondergesandten für die Westsahara, Bundespräsident a.D. Dr. Horst Köhler, trifft man sich in Genf. Die Vereinten Nationen (UNO) möchten, dass das Treffen einen ersten Schritt, auf dem Weg zur Vorbereitung einer möglich Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine für beide Seiten akzeptable politische Lösung des Konflikts, darstellt. Mit beiden Seiten sind vor allem Marokko und die Polisario gemeint.

Diese vorsichtige Formulierung der Zielsetzung macht bereits deutlich, wie schwierig die Ausgangssituation ist. Seit Jahrzehnten ist der Konflikt um den Status der Westsahara festgefahren.

Die Positionen der Teilnehmer liegen meist weit auseinander.

Bei dem Treffen stoßen nicht nur zahlreiche Vertreter aufeinander, sondern auch teils weit von einander entfernte Positionen, die nicht selten durch den langen auch mit Gewalt ausgetragenen Konflikt verhärtet sind. Die Polisario ist der militärische Arm der selbst ausgerufenen „Demokratischen Republik Westsahara“. Sie fordern einen eigenen Staat. Marokko sieht in der Westsahara einen integrierten territorialen Bestandteil des Königreichs, den man sich nach dem Abzug der Kolonialmacht Spanien, vor 43 Jahren, zurückgeholt hat. Mauretanien, das ebenfalls zunächst einen Teil der Westsahara beanspruchte bzw. kontrollierte und dann an Marokko abtrat, lässt die Polisario an den Grenzen zu Marokko operieren, auch weil man oft den gut ausgerüsteten Einheiten wenig entgegenzusetzen hat. Algerien, als Rivale des Königreichs Marokko, beherbergt seit über 40 Jahren in der Region Tindouf, in vier Flüchtlingslagern, Sahraouis und gilt als wichtigster Unterstützer der Polisario, sowohl logistisch, Militärisch wie auch politisch.

Polisario
Militärische Bewegungen der Polisario an der Grenze zwischen Mauretanien und Marokko

Marokko und Algerien treffen aufeinander.

Langezeit hatte Algerien für sich öffentlich in Anspruch genommen, dass man keine Rolle in dem Westsahara – Konflikt einnimmt, obwohl es viele Anzeichen und Handlungen gibt, die etwas Gegenteiliges zeigen. Entsprechend dieser Haltung hat Algerien die Forderung Marokkos stets zurückgewiesen, dass man in die Gespräche zur Westsahara eingebunden werden muss. Für Marokko ist es ein diplomatischer Erfolg, dass Algerien an dem Runden Tisch in Genf teilnimmt. Dafür ist Marokko auch bereit, einen direkten Kontakt mit Vertretern der Polisario zu akzeptieren. Ein grundsätzlicher Erfolg ist das Treffen auch für die UNO und den Sondergesandten Dr. Horst Köhler. Marokko bietet für die Westsahara ein Referendum und eine Autonomie an. Die Polisario und Algerien wollen einen Rückzug des Königreichs und Mauretanien ein Ende der militärischen Aktionen, die die Souveränität der eigenen Staatsgewalt untergraben.

Algerische Delegation angeführt vom Außenminister Messahel

Die algerische Delegation, die für sich eine Art Beobachterstatus definiert hat, wird durch dem algerischen Außenminister Abdelkader Messahel, seinem Berater Abdallah Baali und den algerischen Botschafter bei der UNO Sabri Boukadoum vertreten.

Sondergesandter
Quelle APS: Dr. Köhler und Ahmed Ouyahia Premierminister von Algerien 2018

Marokkanische Delegation angeführt durch Außenminister Bourita

Angeführt wird die marokkanische Delegation von Außenminister Nasser Bourita. Er wird begleitet von Omar Hilale, dem ständigen Vertreter des Königreichs Marokko bei den Vereinten Nationen in New York, von Sidi Hamdi, dem Gouverneur der Region Dakhla-Oued Eddahab, von Khattat Yanja, dem Gouverneure der Region Laayoune-Sakia El Hamrader und von Fatima Adli, Stadträtin von Smara.

Köhler
Dr. Horst Köhler – Premierminister El Othmani – Außenminister Bourita

Marokko hatte im Vorfeld versucht die Erwartungen an die Gespräche zu dämpfen. Außenminister Bourita machte bei mehreren Gelegenheiten öffentlich deutlich, dass Marokko in Genf nicht verhandeln wird, sondern nur die Positionen austauschen möchte. Sowohl der marokkanische Außenminister wie auch König Mohammed VI. machten klar, dass die territoriale Integrität des Königreiches nicht zur Diskussion steht.

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