Marokko – Arabische Liga lehnt US – Friedensplan für Nahost ab.

Arabische Liga spricht bei Annahme von einem Konfliktpotential für die nächsten 100 Jahre.

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Arabische Liga
Quelle - Marokkanisches Außenministerium - Sitzung der Arabischen Liga

Königreich wiederholt vor der Arabischen Liga Haltung zum US – Friedensplan.

Kairo – Am heutigen Samstag kamen die Mitglieder der Arabischen Liga zu einer Sondersitzung in Kairo zusammen. Auf der Ebene der Außenminister traf man sich, um den US – Friedensplan, dem sog, Deal des Jahrhunderts von Donald Trump, zu beraten und die Positionen auszutauschen. Der Plan der US – Administration sieht de facto die Legitimierung des aktuellen Status vor, so dass Israel nahezu alle besetzten Gebiete annektieren kann. Zugleich soll, die von allen drei monotheistischen Weltreligionen beanspruchte Stadt Jerusalem (Al Quds), zur uneingeschränkten Hauptstadt Israels werden. Den Palästinensern wird ein eigener Staat, auf den jetzigen „selbstverwalteten“ Gebieten, angeboten und wirtschaftliche Aufbauhilfe von mehreren Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Jerusalem wird keine Hauptstadt eines Staates Palästina werden, auch wenn es eine symbolische Vertretung im Osten der Stadt geben soll.

Arabische Liga spricht bei Annahme von einem Konfliktpotential für die nächsten 100 Jahre.

Am Ende der heutigen Dringlichkeitssitzung hat die arabische Liga den Friedensplan der USA abgelehnt. Laut Ahmed Abul Gheit, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, würden die Palästinenser, bei einer Annahme des US-Vorschlags, zu Bürgern zweiter Klasse werden. „Der Vorschlag der US-Regierung bringe weder Stabilität noch Frieden, sondern säe nur weitere 100 Jahre Konflikt und Leiden“, sagte Abul Gheit. Er rief die Palästinenser und die Israelis dazu auf, miteinander an einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu arbeiten.

Zuvor hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, in seiner Stellungnahme vor der Arabischen Liga, bekannt gegeben, dass man alle Beziehungen zu Israel und den USA abgebrochen hat.

Marokko begrüßt die US-Initiative und betont seine weitere Unterstützung der Palästinenser.

In Kairo wurde Marokko vom Staatssekretär im Außenministerium Mohcine Jazouli vertreten. In seiner Stellungnahme wiederholte er die Position Marokkos, die bereits per Presseerklärung am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. „Das Königreich Marokko möchte seine stetige Unterstützung für die palästinensische Sache bekräftigen, um eine gerechte und dauerhafte Lösung in dieser Frage zu erreichen, die unsere palästinensischen Brüder zufrieden stellen wird“, sagte er in Kairo. „Die Lösung der palästinensischen Frage ist der Schlüssel zur Stabilität im Nahen Osten“, so Jazouli weiter, und fügte hinzu, dass das Königreich Marokko „die konstruktiven Friedensbemühungen der US-Regierung im Hinblick auf eine dauerhafte, gerechte und ausgewogene Lösung dieser Frage zu schätzen weiß“.

Außenministerium
Quelle marokkanisches Außenministerium – Staatssekretär Mohcin Jazouli

Marokko setzt auf eine Zweistaatenlösung mit Ost Jerusalem als Hauptstadt Palästinas.

Marokko „hofft, dass konstruktive Friedensbemühungen im Hinblick auf eine realistische, gerechte, dauerhafte und anwendbare Lösung des israelisch-arabischen Konflikts eingeleitet werden, um die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes auf die Errichtung eines unabhängigen und souveränen Staates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt zu verwirklichen und den Menschen in dieser Region die Möglichkeit zu geben, in Würde, Wohlstand und Stabilität zu leben“, fügte er hinzu. Das Königreich „ist der Ansicht, dass der Status von Jerusalem erhalten bleiben muss“, sagte der marokkanische Beamte und erklärte weiter, dass „die endgültige Entscheidung zwischen den Parteien in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht diskutiert werden muss“.

Marokko – Zurückhaltende Reaktion auf Nahost – Friedensplan der USA.

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