Marokko – Arabische u. afrikanische Gremien unterstützen Marokko gegen die EU-Resolution in der Migrationskrise und im Streit mit Spanien.

Spanische Strategie die Krise zu internationalisieren triff auf vergleichbaren Schritte durch Marokko.

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Organisationen
Afrikanische Union und Arabische Liga

Afrikanische Union und Arabische Liga fordern die EU auf, sich nicht in die bilateralen Angelegenheiten zwischen Marokko und Spanien einzumischen.

Kairo / Abidjan – Nur wenige Stunden nach der mehrheitlichen Annahme einer von Spanien eingebrachten Resolution durch das EU – Parlament, das für die Anfang Mai an der Grenze zur spanischen Enklave Ceuta / Sebta, an der marokkanischen Mittelmeerküste, aufgekommenen Migrationsströme dem Königreich Marokko die Schuld gibt, stellten sich das arabische und das afrikanische Parlament an die Seite Marokkos. In zwei separaten Erklärungen lehnten die hohen Gremien die einseitige Darstellung und Haltung der EU ab und fordern vom europäischen Parlament sich nicht in die bilaterale Krise zwischen Marokko und Spanien einzumischen.

Arabische Liga unterstützt Königreich Marokko gegenüber der EU

Das oberste Organ der Arabischen Liga, das Arabische Parlament, veröffentlichte eine Erklärung zur EU-Resolution. Es „forderte das Europäische Parlament auf, sich nicht einzumischen“. Das arabische Parlament, das 22 arabischsprachige Länder vertritt, betonte, dass „die Krise zwischen den beiden Ländern eine bilaterale Krise ist, die mit diplomatischen Mitteln gelöst werden muss.“

Das Arabische Parlament fügte hinzu, dass das Königreich Marokko Bereitschaft zur Beilegung dieser Spannungen durch mehrere konstruktive Initiativen unter Beweis gestellt habe“, und erwähnte die Anweisung von König Mohammed VI. zur Erleichterung der Rückkehr von unbegleiteten Minderjährigen aus Ceuta Anfang dieser Woche.

Afrikanische Union stellt sich hinter sein Mitgliedsland Marokko

Das Pan-Afrikanische Parlament (PAP) nahm in seiner Erklärung, in der es die EU-Resolution zur Ceuta-Krise verurteilte, eine ähnliche solidarische Haltung ein.

Es forderte die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, sich „an die Verpflichtungen zu erinnern, die das Europäische bzw. das Panafrikanische Parlament während des Gipfels der Staats- und Regierungschefs 2017 in Abidjan eingegangen sind.“

Eine der Vereinbarungen, die während dieses Gipfels getroffen wurden, besagt laut der PAP-Erklärung, dass die europäischen und afrikanischen Gremien „alle Probleme zwischen den Staaten lösen werden, die sich aus den bilateralen Beziehungen zwischen ihnen ergeben, und dass die beiden Parlamente nur eingreifen können, wenn sie das Problem zuvor erörtert haben.“

Das PAP rief die EU dazu auf, „jede Position zu unterlassen, die geeignet ist, die Spannungen zu schüren“, und forderte „die beiden Parteien auf, die Krise in einem rein bilateralen Rahmen zu lösen.“

Spanische Strategie die Krise zu internationalisieren triff auf vergleichbaren Schritte durch Marokko.

Von Beginn an versucht Spanien aus der bilateralen Krise zu seinem Nachbarland Marokko einen Konflikt der EU mit Marokko zu machen und das Thema Migration an die Spitze zu stellen. Marokko betont seit Wochen, dass die zunehmend eindeutig ablehnende Haltung Spaniens zur territorialen Integrität des nordafrikanischen Königreiches inkl. der Westsahara die Krise ausgelöst hat und es sich, um einen bilateralen Konflikt handelt. Spanien ist es gelungen, das EU – Parlament zumindest mehrheitlich für seine Darstellung zu gewinnen. Doch nicht nur Spanien scheint es zu gelingen, die Gruppe der Beteiligten zu erweitern. Deutlich und umfassend haben sich sowohl die arabischen Länder als auch die Afrikanische Union hinter Marokko gestellt.

Marokko – EU – Parlament verurteilt unregulierte Migrationsbewegung in Ceuta.

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