Marokko – Auswärtiges Amt aktualisiert Basisinformation zu Marokko und spricht Autonomieplan in der Westsahara an.

Westsahara - Deutschland nennt marokkanischen Autonomieplan einen wichtigen Beitrag für eine politische Lösung.

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Auswärtiges Amt
Sitz des Auswärtiges Amts in Berlin

Deutsches Auswärtiges Amt (Außenministerium) nennt Marokko ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd.

Berlin – Am heutigen 13. Dezember 2021 veröffentlichte das deutsche Auswärtige Amt eine aktualisierte Basisinformation zu den Beziehungen zwischen Berlin und Rabat. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko sind seit Monaten schwer belastet. Unter der alten Bundesregierung und dem SPD-Außenminister Heiko Maas schien es keine Möglichkeit zu geben, die Spannungen abzubauen, auch wenn es, nach eigener Aussage des Auswärtigen Amts, mehrere Versuche zur Gesprächsaufnahme gegeben haben soll. Kaum eine Woche nach der Amtsübernahme durch die neue Bundesregierung und dem Einzug der Grünen Politikerin Annalena Baerbock ins Amt der ersten deutschen Außenministerin versucht Deutschland die Beziehungen zu Marokko neu zu interpretieren.

Westsahara – Deutschland nennt marokkanischen Autonomieplan einen wichtigen Beitrag für eine politische Lösung.

Nun wird Marokko als Bindeglied zwischen Nord und Süd und als zentraler Partner der EU beschrieben. Darüber hinaus nehme Marokko nach einer Dekade der Reformen eine wichtige Rolle für Stabilität und Entwicklung ein. Mit Bezug auf die Westsahara stellt sich die Bundesregierung hinter die UNO, den neuen Sondergesandten des Generalsekretärs für die Region und hinter die aktualisierte Resolution 2602 (2021). Dabei wird ausdrücklich der marokkanische Autonomieplan als wichtiger Beitrag für eine politische Lösung in der Westsahara gesehen.

Marokko – Deutsche Botschaft spricht von Bereitschaft zur Partnerschaft mit Marokko.

Auf der offiziellen Website des Auswärtigen Amts heißt es nun:

Deutschland und Marokko: bilaterale Beziehungen

Das Königreich Marokko ist sowohl politisch als auch kulturell und wirtschaftlich ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd – das Land ist ein zentraler Partner der Europäischen Union und Deutschlands in Nordafrika. Seit 1956 unterhalten Deutschland und Marokko diplomatische Beziehungen.

Marokko hat in der letzten Dekade umfangreiche Reformen auf den Weg gebracht. Das Land spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region. Dies zeigt sich nicht zuletzt in seinem diplomatischen Engagement um den libyschen Friedensprozess. Die Vereinten Nationen bemühen sich unter dem neu ernannten Persönlichen Gesandten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Staffan de Mistura um eine Lösung der Westsaharafrage. Die Haltung der Bundesregierung hierzu ist seit Jahrzehnten unverändert. Deutschland unterstützt den Persönlichen Gesandten bei seinem Streben nach einem gerechten, dauerhaften und für alle Seiten akzeptablen politischen Ergebnis auf Grundlage der Resolution des VN-Sicherheitsrats 2602 (2021). Marokko hat im Jahr 2007 mit einem Autonomie-Plan einen wichtigen Beitrag für eine solche Einigung eingebracht.

Zwischen Marokko und Deutschland bestehen signifikante Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Deutschland belegte in der marokkanischen Handelsbilanz 2019 den 7. Platz. Im Jahr 2019 importierte Deutschland aus Marokko Waren im Wert von 1,4 Mrd. Euro ein, während Waren im Wert von 2,2 Mrd. Euro exportiert wurden. Mit Schwerpunkt in Casablanca und Tanger sind knapp 300 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Marokko ist ein beliebtes Reiseland, ca. 6 % der ausländischen Touristen kamen 2019 aus Deutschland.

Deutschland unterstützt Marokko auf seinem Modernisierungskurs und gehört zu den größten bilateralen Gebern mit einer Gesamtzusage von knapp 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2020. Die deutsch-marokkanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung, erneuerbare Energien und Wasserwirtschaft. Marokko ist Teil der G20-Initiative „Compact with Africa“, um die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern. Dazu vereinbarten beide Länder Ende November 2019 eine deutsch-marokkanische Reformpartnerschaft. Im Jahr 2020 hat Deutschland Marokko mit einem umfangreichen Soforthilfe-Programm bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt.

Neben GIZ und KfW sind in Marokko auch die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung mit Büros vertreten. Des Weiteren werden die deutsche Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit gefördert. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat sowie Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Darüber hinaus bestehen Partnerschulen und über 20 Kooperationen im Hochschulbereich. Lektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes unterrichten in Rabat und Meknès. Das Auswärtige Amt fördert ferner den Kulturerhalt in Marokko.

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