Marokko – Bildungsminister erläutert Entwicklungen im Bildungswesen.

Minister zeichnet ein positives Bild zur Wirkung der bisherigen Reformen.

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Bildungsminister
Marokkanischer Minister für Nationale Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung, Said Amzazi

König nimmt an Präsentation des Bildungsministers teil.

Rabat – Das Bildungswesen steht in Marokko, seit dem letzten Jahr und der deutlichen Kritik des Königs, unter besondere Beobachtung. Die Jugendarbeitslosigkeit in Marokko ist hoch und mit ihr die Perspektivlosigkeit unter den jungen Frauen und Männern. Als Resultat steigt, unter der jungen Bevölkerung und mit ihnen bei ihren Eltern, die Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen Entwicklungen und der aktuellen Politik. Eine Unzufriedenheit, die auch der Palast zu spüren bekommt und die sich auch in teils offener und in dieser Form nicht gekannter öffentlicher Kritik an der Monarchie zunehmend ausdrückt. Entsprechend engagiert sich der König stärker und versucht Investitionen und Reformen anzutreiben. Am gestrigen Donnerstag eröffnete König Mohammed VI. offiziell das Ausbildungs- und Schuljahr 2019/2020 mit Besuchen in Ausbildungsstätten und nahm an der Präsentation des Rechenschaftsberichtes des Ministers für Nationale Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung, Said Amzazi, teil.

Minister zeichnet ein positives Bild zur Wirkung der bisherigen Reformen.

In Anwesenheit des Regierungschefs, Saa-Eddine El Othmani, des Finanzministers, des Innenministers und des Landwirtschaftsministers, präsentierte Bildungsminister Said Amzazi vor König Mohammed VI., aktuelle Zahlen zum Bildungswesen. Insgesamt zeichnete der Minister ein positives Bild, bezogen auf die Reformen und Anstrengungen im Bildungs- und Ausbildungswesen und betonte, dass die im Rahmen dieser Reformen vorgesehenen Programme und Maßnahmen sehr zufriedenstellende Umsetzungsergebnisse erreicht haben, insbesondere in Bezug auf die Unterstützung der Schulbildung, die Bekämpfung von Armut und prekären Verhältnissen, die Umsetzung des nationalen Programms der Inklusion (Integration von Kindern mit Behinderungen) und die Einrichtung eines nationalen Beratungssystems für den weiteren Ausbildungs- und Berufsweg.

Einrichtungen für Vorschulbildung ausgebaut.

Der Minister erläuterte die Entwicklungen im Vorschulbereich. Er stellte fest, dass im Bildungsjahr 2018/2019 ca. 55,8% aller Kinder ab vier Jahre in eine Vorschule gehen konnten. In dem genannten Jahr konnten 100.672 zusätzliche Kinder aufgenommen werden, weil, nach Angaben des Ministeriums, 5.833 neuen Klassen geschaffen werden konnten. Bis zum Jahr 2021 will man die Quote bei den Kindern im Alter ab vier Jahre auf voraussichtlich 67% anheben. Bis zum Jahr 2027 will man in Marokko soweit sein, dass alle Kinder im Land von Vorschuleinrichtungen erfasst werden. Ab dem Jahr 2028 soll dann die allgemeine Vorschulpflicht umsetzbar sein und auf Kinder im Alter von drei Jahren ausgeweitet werden können. In diesem Zusammenhang stellte der Minister fest, dass die Umsetzung dieses Programms von der Ausbildung von 11.138 Pädagogen und der Bereitstellung eines Lehrangebots, zur Verbesserung der Qualität der Vorschulbildung, begleitet wurde.

König
König Mohammed VI. – links Regierungschef und Minister – rechts Berater und Mitglieder des königlichen Kabinetts.

Staatliche Unterstützung für Schüler und Auszubildende

In Bezug auf die Stärkung der sozialen Unterstützung für Schüler betonte Amzazi, dass die Anzahl der Begünstigten des Unterstützungsprogramms „Tayssir“ angehoben worden sei, insbesondere durch die Einbeziehung des Medizinischen Hilfsprogramms (RAMED). Insgesamt sei dieses Programm 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/2019 zugute gekommen, verglichen mit 706.359 im Jahr 2017/2018. Im Rahmen der Stärkung der sozialen Unterstützung der Schüler betonte der Minister auch die Erhöhungen der Finanzmittel für Kantinen und Internate zugunsten von über 1,7 Millionen Schülerinnen und Schüler für den Zeitraum 2018/2019. Des weitern hob er, die Umsetzung eines Programms zur Verbesserung der Schulverpflegung und die Einrichtung von 12 neuen Internaten mit Vollverpflegung, hervor. In Bezug auf Schultransporte wies der Minister darauf hin, dass 271.057 Schüler im Zeitraum 2018/2019 von staatlichen Transportmöglichkeiten profitieren konnten, und dass diese Zahl in den Jahren 2020-2021 ca. 325.000 erreichen soll.

Investitionen in Hochschulen und Ausbildungsstätten

Bezogen auf Investitionen und auf Sozialleistungen für Hochschulstudenten und Auszubildende sagte Amzazi, dass das Angebot an Unterkünften durch die Eröffnung von acht Campussen (Studentenheimen) mit ca. 9.294 Plätzen und fünf Hochschulkantinen, in Kooperation mit privaten Unternehmen, verbessert worden sei, und betonte, dass die Errichtung und die Erweiterung von weiteren 18 Campussen (12.798 Plätzen) und 4 Hochschulkantinen im Gange sei. Der Minister fügte hinzu, dass 2018/2019 vier Internate und Verpflegungseinrichtungen für Auszubildende eröffnet und 35.000 Stipendien vergeben wurden. Herr Amzazi berichtete weiter, dass sein Ministerium zahlreiche weitere Maßnahmen ergriffen hat, insbesondere die Stärkung des Schulnetzes der Gemeinde, mit dem Bau von 29 Schulen, darunter 9 Schulen, die bereits in diesem Schuljahr eröffnet wurden, sowie dem Bau von Schulen für Ältere auf dem zweiten Bildungsweg. Davon sollen ca. 30 noch im Bildungsjahr 2019/2020 eröffnet werden.

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