Marokko – Casablanca – Bauprojekte verzögern sich weiter.

Sanktionen gegen verantwortliche Beamte in Casablanca erwartet.

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König
König Mohammed VI. inspiziert Projekt

König Mohammed VI. reiste verärgert vorzeitig ab.

Casablanca – Der marokkanische König Mohammed VI. hielt sich in der vergangenen Woche in der Wirtschaftsmetropole Casablanca auf, um mehrere Projekte und Bauten einzuweihen. Darunter die Eröffnung des sanierten und modernisierten Terminals 1 des Flughafens Mohammed V. und einer neuen Straßenbahnlinie. Wie jetzt die marokkanische Tageszeitung Assabah berichtet, reiste der König binnen 24 Stunden wieder nach Rabat ab, obwohl eigentlich ein mehrtägiger Aufenthalt geplant war. Hintergrund seiner schnellen Abreise soll eine Verärgerung des Königs gewesen sein, da er erwartet hatte, dass weitere Projekte zur Einweihung fertig gestellt wären. Doch zu seiner Enttäuschung liegen mehrere Projekte, teils viele Monate hinter dem Zeitplan und werden teilweise bei Fertigstellung den ursprünglichen Planungen nicht entsprechen. Jetzt erwarte man, laut der Tageszeitung, dass der königliche Zorn einige Beamte der Stadt Casablanca in den nächsten Wochen treffen wird.

Casablanca
König Mohammed VI. im Flughafen Casablanca Mohammed V.

Grand Theater, Fußballstadium und Strandpromenaden deutlich inter dem Zeitplan.

Zahlreiche Projekte wurden vor Jahren durch den König initiiert und hätten längst fertig gestellt sein müssen. Einige dieser Projekte liegen bereits mehr als ein Jahr hinter dem Zeitplan. Dies gilt beispielsweise für die Promenade der Moschee Hassan II, deren Bau Anfang 2017 begann und die binnen 18 Monaten hätte fertig gestellt sein sollen. Aktuell laufen die Arbeiten noch und erst im Laufe diesen Jahres wird mit einer Fertigstellung gerechnet.

Moschee
Hassan II. Moschee in Casablanca Marokko

Die Zeitung nennt auch das Grand Theater von Casablanca, dessen Grundstein feierlich im Oktober 2014 von König Mohammed VI. gelegt wurde. Die Bauarbeiten hätten vor mehr als einem Jahr abgeschlossen sein sollen. Dieser als kulturelles Wahrzeichen konzipierte Komplex soll der größte seiner Art in Afrika und der arabischen Welt sein, kündigten die Projektträger damals stolz an. Weitere betroffene Projekte sind die Tiefgarage Rachidi, die Kuppel des Fußballstadiums (Kora Ardia) oder die Strandpromenade von Ain Diab. In diese Projekte soll die öffentliche Hand ca. 26 Milliarden Dirhams bzw. ca. 238,65 Millionen Euro* investiert haben. Ob es neben den reinen Verzögerungen auch zu Kostensteigerungen gekommen ist, blieb unerwähnt.

*Wechselkurs Stand 30. Januar 2019

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