Marokko – Deutschland und Marokko unterzeichnen Agrarabkommen.

Agrarabkommen
Ministerin Julia Klöckner und Minister Aziz Akhennouch

Deutschland bietet Unterstützung und Wissenstransfer an.

Marrakech – In der Königsstadt Marrakech trafen sich die deutsche Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), und ihr marokkanischer Amtskollege Azziz Akhenouch (RNI) zu bilateralen Gesprächen. Bei dem Treffen wurde auch ein neues Abkommen zur Zusammenarbeit im Agrarsektor unterzeichnet. Beide Landesvertreter betonten bei dem Gespräch, die Notwendigkeit den bilateralen Beziehungen „einen neuen Impuls zu geben“. Ziel des Abkommens ist es, die landwirtschaftliche Produktion in Marokko zu steigern. Dabei stellt Deutschland neben technologischem Know-how auch personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Die Vereinbarung soll eine „echte Plattform für Austausch und Zusammenarbeit“ sein.

Gespräche zum Agrarabkommen am Rande der WHO Konferenz in Marokko

Das Gespräch zwischen Deutschland und Marokko fand am Rande der zweiten Weltkonferenz zum Thema „Antibiotikaresistenzen und die umsichtige Verwendung antimikrobieller Mittel bei Tieren“ statt. Gastgeber der Konferenz sind die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Marokko. Bereits seit Jahren kooperieren Deutschland und Marokko im Agrarbereich und haben dazu auch ein Diskussionsforum gegründet. Seit 2014 wird sich in der Centre de Conseil Agricole Maroco-Allemand (CECAMA) ausgetauscht. Die CEMACA soll Marokko dabei unterstützen, seinen Plan für eine „leistungsfähige, moderne und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft“ zu verwirklichen. Diese Initiative ist in den Gesamtplan „Le Maroc vert“ (das grüne Marokko) eingebunden.

Landwirtschaft ist Primärsektor in Marokko.

Für Marokko ist die Landwirtschaft der volkswirtschaftliche Primärsektor. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt unmittelbar mit dem Ernteergebnis zusammen. Dies trotz der Bemühungen Marokkos sich weitere wirtschaftliche Standbeine aufzubauen.

Doch die marokkanische Landwirtschaft ist bedroht. Das nordafrikanische Königreich spürt die Auswirkungen des Klimawandels. Die Wasserreserven im Land sinken seit vielen Jahren und die Produktionskosten sind zu hoch. Die Folge sind relativ hohe Lebenshaltungskosten im Land.

Die Lebensmittelpreise sind auch dadurch beeinflusst, dass gerade Gemüse und Früchte als Devisenbringer in den Export gehen. Darüber hinaus werden gerade in Europa Erzeugnisse nachgefragt, die relativ viel Wasser benötigen. Damit exportiert Marokko indirekt das ohnehin knappe Wasser.

Die marokkanische Regierung und König Mohammed VI. wollen zum Abbau der Arbeitslosigkeit wieder verstärkt auf die Landwirtschaft setzen. Dazu will der Staat zusätzliches Ackerland bereitstellen.

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