Marokko – EU stellt Finanzmittel für Flüchtlinge in Aussicht.

Summe der Unterstützung noch unklar.

Flüchtlinge
Flüchtlinge an der Küste Europas gelandet

Die EU will Marokko und Spanien Finanzmittel zur Verfügung stellen, damit diese auf den Zustrom von Flüchtlingen besser reagieren zu können.

Brüssel – Die Europäische Union (EU) hat Spanien und Marokko finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Wie der Nachrichtensender euronews meldet, will die EU auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen reagieren. Seit der geänderten politischen Situation in Italien, die dazu führte, dass Italien seine Grenzen praktisch geschlossen hat, weichen die Flüchtlinge auf Marokko und Spanien aus. Dabei ist Marokko ein wichtiges Transitland, da die europäische Küste an der engsten Stelle nur ca. 14km vom Königreich entfernt ist. Die Finanzmittel sollen eine Entlastung für Madrid und Rabat einleiten.

Summe der Unterstützung noch unklar.

Wie hoch die finanzielle Unterstützung für Spanien und Marokko ausfallen könnte, ist noch unklar. Die spanische Regierung in Madrid geht, laut euronews, von ca. 30 Mio. Euro aus. Wie ein solcher Betrag auf die beiden Länder verteilt wird, bleibt abzuwarten. Die Aufgabenstellungen für Spanien und Marokko ist dabei unterschiedlich. Spanien wird dabei unterstützt, die an der spanischen Küste angekommenen Flüchtlinge, versorgen und betreuen zu können. Marokko soll seine Grenzsicherung verstärken, so dass Flüchtlinge, die Marokko als Sprungbrette nach Europa nutzen möchten, nicht erst die Überfahrt über das Mittelmeer antreten können.

EU plant Auffanglager in Nordafrika.

Erst vor wenigen Wochen hat der Ministerrat der EU beschlossen, sogenannte „Landeplattform“ bzw. „Migrantenzentren“ an der nordafrikanischen Küste einzurichten. Dort sollen Flüchtlinge und Asylbewerber aufgefangen werden bevor sie europäisches Hoheitsgebiet betreten. Vor der Einreise in die EU sollen alle Flüchtlinge und Asylbewerber das gesamte Prüfungsverfahren in diesen Lagern durchlaufen.

Algerien, Marokko und Tunesien haben diesem Anliegen bereits eine Absage erteilt. Ob es bei der Absage bleibt, oder die EU sowohl Anreize wie auch Druck entwickelt, so dass es diese Zentren doch geben wird, muss abgewartet werden.

Die innenpolitische Lage in der EU hat sich deutlich geändert. Insbesondere rechtskonservative und rechtspopulistische Parteien gewinnen immer mehr Einfluss auf die Flüchtlingspolitik. In einigen Ländern in Osteuropa aber auch in Österreich oder Italien sind diese Parteien bereits an der Regierung beteiligt.

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