Marokko – Mbarka Bouaida zur ersten Regionalpräsidentin gewählt.

Mbarka Bouaida erfahrene Politikerin mit Kontakten im In- und Ausland.

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Regionalpräsidentin
Regionalpräsidentin Mbarka Bouaida

Regionalparlament von Guelmin-Oued Noun beauftragt die amtierende Staatssekretärin mit Regierungsbildung.

Rabat – Frau Mbarka Bouaida wurde am vergangenen Freitag, den 5. Juli 2019, zur Präsidentin der südöstlichen Region Guelmim-Oued Noun gewählt. Sie gewann die Abstimmung im Regionalparlament, was Frau Bouaida zur ersten Regionalpräsidentin und ersten Frau an der Spitze eines marokkanischen Regionalparlaments macht. Durch ihre Wahl ist sie jetzt mit der Bildung einer Regionalregierung beauftragt. Dazu hat sie, nach dem Wahlgesetz, 60 Tage Zeit.

Die Nationale Unabhängigkeitspartei (RNI), unter Vorsitz von Landwirtschaftsminister Akhennouch, der auch Frau Bouaida abgehört, bezeichnete ihre Wahl als „historisch“. Der Sieg von Frau Bouaida, bei der sie 33 der 39 möglichen Stimmen erhielt, sei aus Sicht der Partei nicht überraschend, da sie für ihr diplomatisches Geschick und ihr Engagement für ihre Region bekannt sei, so die RNI in ihrer Stellungnahme.

Bouaida
Frau Mbarka Bouaida und Aziz Akhennouch

Regierungsbildung unter schwierigen Umständen.

Die Wahlen wurden nötig, nachdem der bisherige Regionalpräsident, Abderrahim Bouaida – der Cousine von Frau Mbarka Bouaida, wegen „unüberbrückbarer“ Differenzen zwischen den Koalitionsparteien, seine Mehrheit verlor. Daraufhin hat das marokkanische Innenministerium in Rabat im Mai 2018 die Regierungsgeschäfte kommissarisch übernommen und damit das Regionalparlament de facto suspendiert. Dieses Verfahren ist vorgesehen, um die Handlungsfähigkeit der Behörden in einer Region sicherzustellen. Nun muss die neugewählte designierte Regionalpräsidentin die Konflikte zwischen den Parteien lösen und eine Koalitionsregierung bilden. Dies hat Frau Bouaida bei ihrer Dankesrede auch gleich als wichtigstes Ziel der nächsten 60 Tage formuliert. Angesichts des Wahlergebnisses stehen die Chancen gut. In ihrer Regierungszeit will sie sich vor allem der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region im Südosten des Königreiches widmen. Frau Bouaida bedankte sich für das Vertrauen des Rates und würdigte die Bemühungen aller Parteien, bei der Lösung der anstehenden Probleme der Region zusammenzuarbeiten.

Mbarka Bouaida erfahrene Politikerin mit Kontakten im In- und Ausland.

Die 1975 in der Kleinstadt La Qssabi geborene Frau Bouaida stammt aus einer wohlhabenden Familie, die sich sowohl auf regionaler Ebene, als auch landesweit, politisch engagiert. Ihre Familienmitglieder sind in Wirtschaft, Medien und Politik tätig. Auch Frau Bouaida hatte sich zunächst diesem Karriereweg verschrieben. Sie erhielt ihren Master in Kommunikation an der Universität Hull in England und machte einen MBA Abschluss an der Universität von Toulouse. Danach ging sie in die Politik.

Politische Laufbahn seit 2007

Frau Bouaida wurde erstmals 2007 in das Repräsentantenhaus in Rabat gewählt. Sie war in den Jahren 2008 und 2009 stellvertretende Vorsitzende des Finanz- und Wirtschaftsausschusses. Im Jahr 2010 leitete sie den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, nationale Verteidigung und islamische Fragen im Repräsentantenhaus. Darüber hinaus leitete sie, seit seiner Gründung im Mai 2010, den gemeinsamen parlamentarischen Ausschuss „Marokko – Europäische Union“. Sie war Staatssekretärin im Außenministerium unter dem heutigen Premierminister El Othmani und dem früheren Regierungschef Benkirane. Durch ihre Wahl als Regionalpräsidentin ist sie nun gezwungen, ihr aktuelles Amt als Staatssekretärin im Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei, unter der Leitung von Aziz Akhennouch, aufzugeben, das sie seit 2017 innehat.

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