Marokko – Nach Warnung der Polisario – Grenzsicherung in Guerguerat verstärkt.

Spannungen seit Blockade und Militäraktion gestiegen.

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Guerguerat
Spannungen in der Grenzregion Guerguerat. UN Sicherheitsrat besorgt.

Frente Polisario warnt spanische Unternehmen vor bevorstehende Offensiven gegen Marokko am Grenzübergang Guerguerat.

Rabat – Die marokkanischen Sicherheitskräfte am Grenzübergang Guerguerat bzw. am Übergang zur Pufferzone in der Westsahara zwischen den sog. marokkanischen Südprovinzen und Mauretanien wurden zuletzt verstärkt. Hintergrund sind aktuelle Drohungen und Warnungen der Frente Polisario, die mit algerischer Unterstützung bewaffnet für eine Unabhängige Westsahara kämpft. Taleb Ammi Deh, ein hochrangiger Polisario-Führer, habe laut der spanischen Nachrichtenagentur La Razon spanische Firmen, die in der Westsahara tätig sind, dazu aufgefordert das Gebiet zu verlassen und vor bevorstehenden Kampfhandlungen gewarnt. Der Polisario – Vertreter drohte, dass ein militärischer Angriff auf das Guerguerat-Gebiet abzielen werde, und bekräftigte, dass der Angriff hauptsächlich auf die Verteidigungsmauer Marokkos abzielen werde. Der Chef der siebten Militärregion der Polisario versicherte, dass er den Kampf bald jenseits der „Mauer der Schande“ führen werde und dass er alle Luft-, See- und Landziele für legitim halte, da sich das Territorium im Krieg befinde. Dabei äußerte er, dass „es nur eine Frage der Zeit ist“, bis Polisario-Einheiten „die marokkanischen Stellungen an der Grenze angriffen“, weshalb er betone, dass „sowohl [spanische] Bürger als auch Investoren das Gebiet verlassen müssen“. Für die Polisario ist die ehemalige Kolonialmacht inzwischen ein wichtiger Unterstützer, die zahlreiche Aktivisten und zuletzt den Führer der Polisario, Brahim Ghali wiederholt aufgenommen hat.

Militär
Quelle Soufiane ElBahri – Bilder vom Militäreinsatz Marokkos in der Pufferzone Westsahara

Spannungen seit Blockade und Militäraktion gestiegen.

Die Spannungen zwischen Marokko und der Frente Polisario sind seit rund 12 Monaten deutlich angestiegen. Im Vergangen Jahr lösten marokkanische Sondereinheiten eine Blockade der wichtigen Handelsstraße zwischen Marokko und Mauretanien auf, die die Polisario über Wochen betrieb. Das Königreich Marokko, das unter Bezug auf historische Gegebenheiten vor der Kolonialisierung durch Frankreich und Spanien und die damit verbundenen Veränderungen des Hoheitsgebiets die Westsahara als integralen Bestandteil des eigenen Territoriums betrachtet, hat durch die unblutige Militäraktion der Polisario den Anlass geboten, das Waffenstillstandabkommen von 1991 aufzukündigen. Seit dem berichten der Polisario nahestehende Medien von ständigen Kampfhandlungen. Marokko kommentiert diese nicht und auch internationale Beobachter und die durch die UNO eingesetzte MINURSO – Mission können das von der Polisario beschriebene Ausmaß der Auseinandersetzungen nicht bestätigen. Besondere Brisanz erhält der Konflikt durch die Unterstützung der Polisario durch Algerien, das die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland abgebrochen hat und wiederholt mit militärischen Schlägen gegen Rabat drohte.

Marokko hat inzwischen die Grenzbefestigungen und die Straßenverbindung zu Mauretanien durch die Pufferzone ausgebaut. Der störungsfreie Warenverkehr wird sowohl von marokkanischen wie auch mauretanischen Streitkräften abgesichert. Dennoch bleibt die Lage schwierig und militärisch angespannt.

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