Marokko – PJD-Nationalratsvorsitzender legt Ämter nieder.

Streit über „Normalisierung“ der Beziehungen zu Israel brodelt weiter.

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PJD
Driss El Azami Idrissi PJD Politiker

Binnen 24 Stunden verliert die größte Regierungspartei Marokkos PJD zwei Führungspersönlichkeiten.

Rabat – Nachdem Mustapha Ramid, Staatsminister für Menschenrechte, am Freitag, den 26. Februar 2021, aus „gesundheitlichen Gründen“ seinen Rücktritt von seinem Ministerposten beim Regierungschef eingereicht hat, folgte nun der Rücktritt von Driss El Azami Idrissi von seinem Amt als Präsidenten des PJD-Nationalrats, so marokkanische Medienberichte.

In seinem Rücktrittsschreiben bedauerte er die Situation, in der sich seine Partei befände, und betonte, dass „seine Geduld an ihre Grenzen gestoßen ist“. (…)
„Ich habe mich entschlossen, diesen Rücktritt einzureichen, weil ich leider nicht länger tolerieren und verstehen, erklären oder akzeptieren kann, was innerhalb der Partei passiert, und ich kann nichts tun, also möchte ich nicht Zeuge davon sein“, soll El Azami Idrissi an seinen Parteichef und Premierminister El Othmani geschrieben haben.

Erst gestern reichte der Staatsminister für Menschenrechte und Beziehungen zum Parlament, Mustapha Ramid, gegenüber dem Regierungschef überraschend seinen Rücktritt von seinem Ministeramt ein. Als Grund nannte das wichtige PJD – Mitglied gesundheitliche Probleme.

Marokko – Staatssekretär für Menschenrechte tritt zurück.

Streit über „Normalisierung“ der Beziehungen zu Israel brodelt weiter.

Seit Wochen brodelt es in der islam-konservativen PJD. Die größte Regierungspartei Marokkos, die auch den Premierminister stellt, streitet sich hinsichtlich der „Normalisierung“ der Beziehungen zu Israel. Große Teile lehnen diese „Normalisierung“ ab. Mehrfach forderten führende Parteimitglieder den Rücktritt des Parteichefs El Othmani, da dieser, aus ihrer Sicht, sich zu wenig gegenüber dem Königshaus und der Aufnahme der Beziehungen zu Israel positioniert haben soll.
Wie der frühere Parteichef der PJD und Ex-Premierminister Benkirane erst kürzlich in einem Video beschrieb, war die PJD nicht an der Vorbereitung der Wiederaufnahme von politischen Beziehungen zu Israel beteiligt, sondern wurde von König Mohammed VI. und seinem Stab vor vollendete Tatsachen gestellt. Dennoch unterstützt Benkirane die Entscheidung des Königs, da der Monarch die Chance wahrnehmen musste, die nationalen Souveränität bezüglich der Westsahara zu stärken.

Es gab auch schon auf lokaler und regionale Ebene Parteiaustritte und Rücktritte von Ämtern in der PJD in diesem Zusammenhang.

Marokko – PJD keine Kraft bei Wiederaufnahme der Beziehungen zu Israel.

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