Marokko – Regierung entsendet Vertreter zur Bahrain – Konferenz

Ägypten und Jordanien nehmen ebenfalls teil.

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Außenministerium
Marokkanisches Außenministerium in Rabat

Außenministerium bestätigt Teilnahme eines hochrangigen Beamten aus dem Finanz- und Wirtschaftsministerium an der Friedens- und Wohlstandskonferenz für den Nahen Osten.

Rabat – „Auf Einladung der Regierung des Königreichs Bahrain und der Vereinigten Staaten von Amerika wird ein Beamter des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen des Königreichs Marokko, an den Beratungen des „Arbeitskreises für Frieden und Wohlstand“, am 25. und 26. Juni 2019 in Manama (Bahrain), teilnehmen“, so ein Sprecher des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit (Außenministerium). Damit ist es offiziell, dass auch Marokko an der von den USA initiierten Konferenz teilnimmt, die sich mit einer ersten Stufe eines sog. Friedensplans zwischen Israel und Palästinenser beschäftigt.

Marokko betont nur einer von vielen Teilnehmern zu sein.

In der Erklärung des Außenministeriums, die über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, heißt es weiter: „Die Teilnahme an diesem technischen und sektoralen Arbeitskreis findet gemeinsam mit mehreren arabischen, afrikanischen und europäischen Ländern sowie vielen regionalen und internationalen Organisationen statt“.

Marokko bekräftigt grundsätzliche Unterstützung der Zweit-Staaten-Lösung.

Das marokkanische Außenministerium stellt klar, dass die Teilnahme auf der „ständigen und unveränderten Position des Königreichs Marokko zugunsten einer Zwei-Staaten-Lösung basiert, die Seite an Seite in Frieden und Stabilität existieren sowie die Gründung eines unabhängigen, souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staates innerhalb der Grenzen vom 4. Juni 1967 garantiert, mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt“.

Ägypten und Jordanien nehmen ebenfalls teil.

Seit dem Besuch des US-Sonderberaters Jarad Kushner in Rabat wurde darüber spekuliert, ob Marokko an der Konferenz in Bahrain teilnimmt. Erst in der letzten Woche meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass eine Quelle aus dem „Weißen Haus“ die Teilnahme von Ägypten, Jordanien und Marokko bestätigt hat. Auch Ägypten und Jordanien haben nun bestätigt teilzunehmen. Damit sind auch diese Länder, sowie zahlreiche Länder der Golfregion und des Nahen-Ostens dem Aufruf der USA gefolgt und unterstützen den Boykottaufruf der Palästinenser nicht.

Marokko – Spekulationen über Marokkos Teilnahme an Nah-Ost Friedenskonferenz

Teilnahme in Marokko umstritten.

Die Teilnahme Marokkos ist in der Bevölkerung umstritten. Das nordafrikanische Königreich ist traditionell ein wichtiger Unterstützer der Palästinenser. König Mohammed VI. ist Vorsitzender des Al Quds Komitees, das sich für einen freien Zugang der Muslime zu Jerusalem (arabisch Al Quds) einsetzt. Erst am letzten Wochenende protestierten tausende auf den Straßen der marokkanischen Hauptstadt für die Rechte der Palästinenser. Letztendlich kann sich auch Marokko nicht der Einladung des engen verbündeten USA entziehen und will vermeiden vom zukünftigen Beratungsprozess ausgeschlossen zu werden. Das marokkanische Außenministerium ist sich der möglichen innenpolitischen Wirkung der Teilnahme bewusst und hat diese Erklärung erst um 23:47 Uhr an gestrigen 24. Juni 2019 veröffentlich.

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