Marokko – Regierung kämpft mit 150 Mrd. MAD gegen Wassermangel

Ausschuss berät über wiederholte Dürren und sinkende Wasserressourcen.

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Regierung stockt Mittel im Kampf um Wasser um 35 Mrd. marokkanischen Dirham MAD auf. Deutlicher Rückgang der Wasserressourcen erhöht Handlungsdruck.

Rabat – Die marokkanische Regierung kündigt mehr Investitionen im Kampf gegen Wassermangel an und setzt das Budget des nationalen Programms für Trinkwasserversorgung und Bewässerung auf 150 Milliarden Dirham MAD fest.

Der Regierungschef Aziz Akhannouch leitete am vergangenen Mittwoch, den 30. November 2022, in Rabat die dritte Sitzung des Steuerungsausschusses des nationalen Programms für Trinkwasserversorgung und Bewässerung 2020-2027.

Eine Reihe von Entschließungsentwürfen bzw. Empfehlungen wurden in fünf Bereichen erörtert: Anbindung von Flusseinzugsgebieten, Projekte zur Meerwasserentsalzung, Staudammprojekte, Bildungsprogramme und Verwaltungsabläufe.

Ausschuss berät über wiederholte Dürren und sinkende Wasserressourcen.

In der Sitzung wurde auch die aktuelle Lage der Wasserressourcen im Königreich erörtert, das seit 2018 vier Jahre in Folge von einer Dürre betroffen ist, deren Folge ein Rückgang der Oberflächen- und Grundwasserressourcen sei. Aufgrund dieser schwindenden Wasserressourcen und des Bevölkerungswachstums im Lande verringerte sich der individuelle Anteil an den Wasserressourcen von 2.560 m3 pro Jahr im Jahr 1960 auf 620 m3 im Jahr 2020.

Deshalb habe die Regierung entschieden, die Umsetzung des Nationalen Programms für Trinkwasserversorgung und Bewässerung 2020-2027 zu beschleunigen und die entsprechenden Haushaltsmittel von 115 auf 150 Milliarden marokkanische Dirham MAD zu erhöhen.

Projektverzögerungen sollen aufgeholt werden.

Die Regierung habe im Rahmen dieses nationalen Programms mehrere Maßnahmen ergriffen, um Rückstände bei der Umsetzung einer Reihe von Projekten zu beseitigen. Gleichzeitig habe sie Studien für neue Projekte in Auftrag gegeben, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden sollen, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums des Regierungschefs.

Die Gewährleistung der Wasser- und Ernährungssicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger sei eine Herausforderung, zu deren Bewältigung sich die Regierung verpflichtet habe, weil das Land infolge der jahrelangen Dürre bzw. der Verknappung der Oberflächen- und Grundwasserressourcen mit Wassermangel zu kämpfen habe, wird Regierungschef Aziz Akhannouch in einer Erklärung nach der Sitzung zitiert, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde.

Darüber hinaus wird die Regierung König Mohammed VI. alle Projekte vorlegen, die durchgeführt werden sollen, um die Auswirkungen des Wasserstresses auf die Bürgerinnen und Bürger abzumildern. Es gehe darum, die Kontinuität der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten und die für die Landwirtschaft und die Bewässerung benötigten Wasserressourcen bereitzustellen, heißt es in der Erklärung weiter.

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