Marokko – Regierungschef in Al Hoceima erwartet.

Gesamtausgaben für Infrastruktur von 6,5 Mrd. MAD geplant.

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Premierminister Saad-Eddine El Othman wird voraussichtlich morgen Al Hoceima besuchen.

Rabat – Der Regierungschef, Dr. Saad-Eddine El Othmani, wird voraussichtlich am morgigen Montag die Küstenstadt Al Hoceima besuchen. Der Premierminister will sich einen persönlichen Eindruck von den Fortschritten in der Region machen. Sein letzter Arbeitsbesuch fand Mitte 2017 statt. Bei einer Regionalkonferenz und einem kleinen Regierungsrat wurden mehrere Projekte beschleunigte. Sein morgiger Besuch gilt vor allem dem Ausbau der Straßenverbindung zwischen Al Hoceima und Taza.

Infrastruktur im Zentrum des Besuches.

Der Regierungschef wird in Begleitung von Minister Dr. Abdelkader Amara in Al Hoceima erwartet. Dr. Amara ist Minister für Infrastruktur, Verkehr, Logistik und Wasserwirtschaft. Beide Politiker werden an einem Treffen der Regionalregierung teilnehmen, bei dem zahlreiche Projekte, hinsichtlich ihres Fortschritts besprochen werden. Die nun gebaute Schnellstraße Al Hoceima-Taza soll im Anschluss persönlich vom Premierminister besucht werden. Bei der Schnellstraße Al Hoceima-Taza handelt es sich, um den mehrspurigen Ausbau der Nationalstraße Nr. 2 und der Regionalstraße 505. Auf einer Länge von 150 km ist die Verbindung nun je Richtung mindestens zweispurig.

Kosten höher als geplant.

Die ursprünglichen Kosten für den Ausbau der Schnellstraße und der damit verbundene Maßnahmen langen bei 2,5 Milliarden marokkanischen Dirhams MAD.
Die für dieses Projekt vorgesehenen Investitionen stiegen auf aktuell 3,3 Mrd. MAD. Die Kosten stiegen nach Medienberichten durch den Bau von aufwändigen Brücken und einer neuen Wasserpipeline entlang der Schnellstraße.

Gesamtausgaben für Infrastruktur von 6,5 Mrd. MAD geplant.

Während des letzten Besuches des Premierministers in der Rif Region im Mai 2017 wurden zwischen der Regionalregierung in Al Hoceima und den Ministerien für Inneres, Finanzen, Gesundheit, Verkehr sowie Energie Sonderinvestitionen von ca. 6,5 Mrd. MAD vereinbart. Die Schnellstraße ist dabei nur ein Projekt, wenn auch aktuell das umfangreichste. Des weiteren wird in den Ausbau der Stromversorgung in ländlichen Gebieten und in regionale Krankenhäuser investiert. Zusätzlich soll eine Meerentsalzungsanlage gebaut werden. Bereits im Vorfeld wurde das Krebszentrum in Al Hoceima modernisiert und der Bau eines Hochseehafens (zwischen Al Hoceima und Nador) begonnen.

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Proteste im Rif und Al Hoceima erschütterten Marokko

Beginnend im Oktober 2016 bis weit in den Sommer 2017 wurde die Region und ganz Marokko durch massive Proteste der Bevölkerung erschüttert. Die Menschen protestierten gegen mangelhafte Infrastruktur, Behördenwillkür und Arbeitslosigkeit. Der Schwerpunkt der Proteste, bei denen es wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräfte gekommen war, lag in Al Hoceima.

Proteste in Al Hoceima
Proteste in Al Hoceima

Gerade im Gesundheitsbereich besteht ein höherer Bedarf an Anlaufstellen in der Rif – Region, insbesondere für Krebserkrankungen. Die Region leidet unter einer überdurchschnittlichen Krebsrate, die auf die verseuchte Erde durch Giftgas zurückgeführt wird. Das Giftgas wurde von den spanischen Besatzern im sog. Rif – Krieg eingesetzt und ist bis heute im Boden nachweisbar.