Marokko – Rückführung weltweit gestrandeter Marokkaner vorgesehen.

Planungen für Rückführung sollen vorhanden sein.

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Premierminister
Marokkanischer Premierminister Dr. Saad-Eddine El Othmani im Parlament mit Maske

Premierminister deutet baldige Aktionen an und bleibt ausweichend und unverbindlich.

Rabat – Seit der Grenzschließung Mitte März sind nicht nur Touristen und im Ausland lebende Marokkanerinnen und Marokkaner im Königreich gestrandet, sondern auch eine hohe Zahl von in Marokko lebende Bürgern strandeten in vielen Ländern der Welt. Das nordafrikanische Land hat in den letzten Wochen vielen Ländern erlaubt, ihre Staatsbürger auszufliegen, doch die eigenen Bürgerinnen und Bürger verwehrte man die Einreise. Seit mehr als 2,5 Monaten müssen sich Betroffene im Ausland überwiegend selbst helfen. Zwar wird in den marokkanischen Medien und durch die Regierung immer wieder verkündet, dass man sich, um die gestrandeten Staatsbürger kümmert, in dem man sich in den örtlichen Botschaften und Konsulaten bemüht Lösungen für akute Sorgen und Nöte zu finden, doch ein Großteil der Menschen wird nicht erreicht. Sowohl in Marokko selbst, als auch im Ausland durch die gestrandeten Marokkanerinnen und Marokkaner, wächst die Kritik an der Regierung.

Premierminister stellt sich Fragen im Parlament.

Am gestrigen Mittwoch stellte sich der Premierminister, im Rahmen der monatlichen Befragung der Regierung, den Abgeordneten des Repräsentantenhauses im marokkanischen Parlament. Dabei versuchte sich der Premierminister den Nachfragen zu entziehen, die ihm wegen der gestrandeten Staatsbürger im Ausland gestellt wurden. Die Zahl der Marokkaner, die aufgrund des Gesundheitsnotstands im Ausland gestrandet sind, beträgt 31.819 Menschen. Diese aktualisierte Zahl ergebe sich aus den neuen Listen der Botschaften und Konsulate in aller Welt, so der Regierungschef.

Premierminister
Marokkanischer Premierminister Dr. Saad-Eddine El Othmani im Parlament mit Schutzmaske

Planungen für Rückführung sollen vorhanden sein.

„Ein von der Exekutiven erstellter Fahrplan ist bereits fertig und wird umgesetzt, sobald die Entscheidung über die Maßnahmen getroffen ist“, so Regierungschef Dr. El Othmani. „Die guten Nachrichten sind nahe“, sagte er weiter. Ob es sich, um eine Ergänzung der im letzten TV-Interview getätigten Aussagen handelt oder es einen Widerspruch gibt, bleibt unklar.

Marokko – Regierungschef äußert sich im TV zur Coronavirus – Krise

Im letzten TV-Interview betonte er, dass sowohl medizinische wie logistische Voraussetzungen gegeben sein müssen, bevor die im Ausland gestrandeten Staatsbürger einreisen können. Er sagte, dass die im Ausland gestrandeten Marokkanerinnen und Marokkaner zurückgeholt werden, sobald die Grenzen wieder geöffnet werden.

Proteste im Ausland vor den Botschaften und Konsulaten.

Die im Ausland gestrandeten Marokkanerinnen und Marokkaner sind seit Wochen mehr als verzweifelt. Nicht wenigen sind die finanziellen Mittel bereits ausgegangen und auch die Gastländer sind häufig deutlich stärker vom Coronavirus SARS-COV betroffen, als es in Marokko der Fall ist. Schwerwiegender sind die monatelange Trennung von der Familie, meist von den Kindern, sowie die entfallende Kontrolle über das eigene Eigentum, dem Arbeitsplatz oder dem eigenen Unternehmen. Inzwischen kommt es, vor zahlreichen Botschaften des Königreiches auf der ganzen Welt, zu Demonstrationen. Die erste Rückholung von Staatsbürgern aus Melilla, am 15. Mai, weckt nun Hoffnungen, die Marokko besser nicht enttäuschen sollte. Denn viele der gestrandete Marokkaner im Ausland, fühlen sich vom eigenen Land und der eigenen Regierung im Stich gelassen. Das wird für die Loyalität nicht ohne Folgen bleiben, vergleichbar der Verärgerung der in Marokko gestrandeten Touristen und im Ausland lebenden Marokkaner MREs.

Marokko – Einreise von gestrandeten Staatsbürgern aus Melilla.

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