Marokko – Spanischer Außenminister bestätigt Dialog mit Rabat.

Verhandlungssituation Spaniens hat sich verbessert.

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Außenminister
Spanischer Außenminister José Manuel Albares

Spanien ist bereit, eine „neue Etappe“ in seinen Beziehungen zu Marokko einzuleiten (FM).

Paris – Spanien ist bereit, eine neue Etappe in seinen Beziehungen zu Marokko einzuleiten, die auf „Vertrauen, Transparenz und der Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen“ beruht, so der spanische Außenminister José Manuel Albares in einem am vergangenen Sonntag (24. Oktober 2021) von der Zeitschrift „Jeune Afrique“ veröffentlichten Interview.

„Wir sehen in der Tat eine Verbesserung der Lage, und die Signale, die wir in den letzten Monaten aus Marokko erhalten haben, sind positiv. Auch die öffentlichen Botschaften von König Mohammed VI. sind sehr deutlich“, betonte der spanische Spitzendiplomat.

„Wir sind unsererseits bereit, eine neue Etappe in unseren Beziehungen einzuleiten, die auf Vertrauen, Transparenz und der Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen beruht“, betonte er.

„Jetzt, da die Kommunikation wiederhergestellt ist, müssen wir vor allem daran arbeiten, dass sich solche Situationen nicht wiederholen“, sagte er mit Blick auf die diplomatische Krise zwischen den beiden Königreichen.

Marokko reagierte auf Aufnahme des Polisario – Führers Brahim Ghali

Marokko reagierte sehr verärgert und mit dem Abzug seiner Botschafterin, nachdem bekannt geworden war, dass der Führer der Frente Polisario (Brahim Ghali), die bewaffnet gegen Marokko um das Gebiet der Westsahara kämpft, heimlich und in Absprache zwischen Madrid und Algier zur Behandlung einer COVID-19 Erkrankung in Spanien aufgenommen wurde. Ausgerechnet Jeune Afrique meldete dies als erste Nachrichtenquelle und es ist unklar, woher die Nachrichtenseite ihre Information erhielt. Rabat sah sich übergangen und von einem als verbündeten Nachbarn eingestuften Staat getäuscht. In dem nordafrikanischen Königreich wertete man das Verhalten Spaniens im Nachgang als herabwürdigend und als Gefährdung der territorialen Integrität im Bezug auf die Westsahara. Marokko stellte fast alle Sicherheitskooperationen und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit ein, was Spanien während der FIFA Europameisterschaft empfindlich verunsicherte und demonstrierte auch, welche Folgen es haben könnte, wenn man die Grenzkontrollen abschwächt. Auch die Grenzen zwischen beiden Ländern sind für den Personenverkehr weitestgehend geschlossen.

Verhandlungssituation Spaniens hat sich verbessert.

Derzeit verbessert sich die Verhandlungsposition Spaniens. Ende dieses Monates (Oktober 2021) droht der Gas-Liefervertrag zwischen Spanien und Algerien über die durch Marokko verlaufende Pipeline auszulaufen. Auch Marokko versorgt sich über diese Pipeline mit algerischem Gas. Algerien, das aktuelle alle diplomatischen Beziehungen zu Marokko abgebrochen hat, hatte bereits angekündigt, Spanien zukünftig über eine alternative Pipeline zu versorgen und somit Marokko zu umgehen und letztendlich nicht mehr zu beliefern. Hinter den Kulissen sollen Marokko und Spanien aber bereits darüber verhandeln, ob ein Teil des algerischen Gases dieses Mal von Spanien an Marokko durchgeleitet wird. Algier wird dies sicherlich nicht gerne sehen. Auch Gaslieferungen von Israel, Qatar und ggf. Russland sollen in die Überlegungen Marokkos eingeflossen sein. Die große Pipeline von Nigeria, entlang der afrikanischen Westküste bis nach Marokko und vielleicht Europa, ist noch nicht fertiggestellt.

Spanien verweist auf positive Signale der eigenen Diplomatie

„Unsere diplomatischen Beziehungen bleiben intakt, unser Botschafter ist immer noch in Rabat. Die Entscheidung, ob die marokkanische Botschaft in Madrid ihren normalen Betrieb wieder aufnimmt, fällt ausschließlich in die Zuständigkeit der marokkanischen Behörden“, betonte der spanische Außenminister im weiteren Verlauf des Interviews.

Marokko – Bewegung in der Krise zw. Marokko und Spanien.

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