Marokko – Spekulationen über bevorstehende Regierungsumbildung.

Regierungsumbildung bietet Sprengkraft für die Koalition.

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Nach nur einem Jahr sollen zwei Minister gehen und Weitere das Ressort wechseln. Regierungsumbildung noch im August mutmaßlich auf Wunsch des Königs.

Rabat – Regierungschef Aziz Akhannouch scheint nicht nur wegen seiner Politik und seiner Position als Hauptanteileigner einiger Großkonzernen des Energiesektor unter Druck zu stehen.

Glaubt man aktuellen Medienberichten, dann steht er kurz vor seiner ersten größeren Regierungsumbildung. Diese erste Umbildung der Regierung Akhannouch soll das Ausscheiden eines der Vorsitzenden der beiden anderen Parteien der derzeitigen Regierungskoalition mit sich bringen, so zumindest das Nachrichtenmagazin „Jeune Afrique„, in einer aktuellen Meldung.

In einem kurzen Artikel, der am Freitagnachmittag, den 12. August 2022, auf der Website der in Paris erscheinenden panafrikanischen Monatszeitschrift Jeune afrique veröffentlicht wurde, wird berichtet, dass eine Kabinettsumbildung bevorstehe, um die derzeitige Regierung von Aziz Akhannouch neu zu formieren.

Das Nachrichtemagazin berichtet weiter, dass eine Regierungsumbildung Gegenstand eines diskreten Treffens am 5. August zwischen dem Regierungschef Aziz Akhannouch und dem Berater von König Mohammed VI., Fouad Ali Himma, gewesen sei, der auch ein ehemaliger Chef und Mitbegründer der PAM gewesen ist.

Der engste und wichtigste Berater des Königs sei nach dem Gespräch nach Paris gereist, wo er das Thema mit dem Souverän besprach, der sich derzeit in der französischen Hauptstadt am Krankenbett seiner kranken Mutter Lalla Latifa aufhält.

König Mohammed VI. sei unzufrieden mit einigen Ministern

Das gewöhnlich sehr gut informierte Medium, das u.a. auch die geheime Einreise des Polisario-Chefs Brahim Ghali nach Spanien enthüllte und damit eine einjährige Staatskrise zwischen Madrid und Rabat auslöste, schreibt weiter, dass der Regierungschef „auf Wunsch des Königs“ eine wichtige Änderung der Regierungsmannschaft vorbereiten würde.

Jeune Afrique geht sogar noch weiter und enthüllt die Namen von zwei nicht unbedeutenden Ministern, die auf der Liste der Ausscheidenden stehen sollen. Der Chef der Partei Authentizität und Modernität (PAM), Abdellatif Ouahbi, derzeitiger Justizminister, und sein Kollege von der Traktor-Partei, Abdellatif Miraoui, Minister für Hochschulbildung, hätten nicht die Gelegenheit, ein ganzes Jahr an der Spitze ihrer jeweiligen Ressorts zu arbeiten.

Regierungsumbildung bietet Sprengkraft für die Koalition.

Die für Ende August mutmaßlich anstehende Umbildung könnte auch andere Minister der derzeitigen Regierung betreffen, über die bereits spekuliert wird. Es bleibt nun abzuwarten, ob die derzeitige Regierungskoalition nach dem Ausscheiden der beiden namentlich genannten Schwergewichte aus einer der größten Koalitionsparteien, der PAM, noch Bestand haben wird. Die PAM ist nämlich die Partei, die bei den Wahlen am 8. September 2021 hinter der RNI zweitstärkste Kraft wurde. Sollte die PAM die derzeitige Mehrheit verlassen, müsste Aziz Akhannouch hart über die Bildung einer neuen Koalition verhandeln, in der mindestens drei Parteien die RNI und die Istiqlal unterstützen müssten, um eine ausreichende Mehrheit im Parlament zu sichern.

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