Marokko – US-Anerkennung der Westsahara wird „vorerst“ nicht zurückgenommen.

Status der Westsahara mutmaßlich Thema außerhalb des Gesprächsprotokolls.

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Außenminister
US-Außenminister Anthony Blinken im Gespräch mit Nasser Bourita, Außenminister Marokkos

Direktes Gespräch mit Nasser Bourita und Anthony Blinken zu den Beziehungen zwischen den USA und Marokko.

Rabat – Das marokkanische Außenministerium bestätigte in einer offiziellen Erklärung, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, dass es ein Telefonat zwischen Nasser Bourita und seinem US-Amtskollegen Anthony Blinken gegeben hat.

Nasser Bourita
Quelle Außenministerium – Nasser Bourita – Außenminister Marokko im traditioneller Kleidung 2021

Laut des marokkanischen Außenministeriums habe man über die „weitreichenden“ Reformen gesprochen, die in Marokko unter der Führung von König Mohammed VI. umgesetzt wurden. „Der US-Außenminister und der Minister (Bourita) diskutierten die weitreichenden Reformen von König Mohammed VI. in den letzten zwei Jahrzehnten, und der US-Außenminister ermutigte Marokko, mit der Umsetzung dieser Reformen fortzufahren“, teilte das US-Außenministerium in einer Erklärung mit. Blinken lobte, nach den Erklärungen der beiden Ministerien, die Führungsrolle „des Königs bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Investition in erneuerbare Energien und ermutigte Marokko, grünes Wirtschaftswachstum und Entwicklung in Afrika zu fördern“. Die USA würdigen auch Marokkos Bemühungen Frieden und Stabilität in der Sahelzone und in Libyen zu fördern.

Status der Westsahara mutmaßlich Thema außerhalb des Gesprächsprotokolls.

Während des Gesprächs „begrüßte er Marokkos Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zu Israel und stellte fest, dass die Beziehung zwischen Marokko und Israel für beide Länder langfristige Vorteile bringen wird.“

Außenminister
Quelle Statedepartment – US-Außenminister Anthony Blinken

In den beiden Erklärungen wird die Frage der Westsahara, die am 21. April 2021 im Zusammenhang mit dem MINIRSO – Bericht Thema im UN-Sicherheitsrat gewesen ist, nicht erwähnt. Nach einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite AXION war die Haltung der neuen US-Administration, zum Status der Westsahara, aber Thema zwischen den beiden Außenministern. Dabei beruft man sich auf Quellen, die den Gesprächsinhalt verfolgen konnten.

Nach der Anerkennung der Westsahara als Teil des territorialen Hoheitsgebiets Marokkos, durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump im Dezember 2020, besteht weiterhin Unsicherheit darüber, ob der neue US-Präsident Biden diese Haltung der USA weiterführt. Auch Außenminister Blinken äußerte sich bisher ausweichen und verwies auf die generelle Unterstützung der UNO in dieser Frage.

In dem Telefonat soll aber Blinker davon gesprochen haben, dass die USA die Entscheidung von Donald Trump vorerst nicht zurücknehmen werden. Er schloss aber eine veränderte Position letztendlich auch nicht aus.

Die Annäherung zwischen Marokko und Israel steht im direkten Zusammenhang mit der Position der USA zum Anspruch Marokkos auf die Westsahara. Entsprechend macht sich auch Israel Sorgen, über eine mögliche Wirkung auf die bilateralen Beziehungen zwischen Israel und dem nordafrikanischen Königreich. Die USA könnten einen gewissen Grad der Unsicherheit aufrechterhalten wollen, um so ein weiteres Instrument in Händen zu halten, dass man bei Verhandlungen im Nahen Osten oder bei Kooperationsanfragen bei den Marokkanern nutzen kann. Gegenüber der israelischen Nachrichtenseite AXION hat das US-Außenministerium das Thema Westsahara weder bestätigt noch abgestritten, sondern lediglich auf die offizielle Erklärung verwiesen.

Marokko – USA erkennen Souveränität Marokkos über Westsahara an.

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