Politische Krise zwischen Algerien und Marokko droht sich zu verschärfen.

Marokko und Algerien pflegen aktuell praktisch keine diplomatischen Beziehungen.

Algerien und Marokko
Algerien und Marokko bauen Grenzsicherung aus.

Algerien weitet Grenzsicherung aus, Marokko verlagert Truppen an seine Grenzen.

Algier/Rabat –  Die politische Krise zwischen den beiden Nachbarländern Algerien und Marokko droht sich langsam aber stetig zu verschärfen. Ende Oktober meldete das algerische Nachrichtenmagazin AF – Algerie Focus, dass Algerien seine Grenzanlagen zu Marokko ausbaut und verstärkt. Dieser Ausbau intensivierte sich, nachdem bekannt wurde, dass Marokko einen Erdbeobachtungssatelliten in kürze ins All schicken will – maghreb-post berichtete. Dieser Satellit besitzt hochauflösende Kamerasysteme, mit denen das Königreich auch Aufnahmen von militärischen Einrichtungen und Zielen vornehmen kann. Insbesondere Algerien und Spanien sind über diese Möglichkeit Marokkos wenig erfreut. Nun nimmt Algerien sein Programm zum Ausbau der Grenzüberwachung wieder auf, welches für eine kurze Zeit unterbrochen wurde. Nach Angaben von AF, welches sich wiederum auf die Tageszeitung Baladi und Regierungskreisen in Algier beruft, werden die Grenzsicherungen durch neue Radar- und Kamerasystem aus deutscher Produktion verstärkt. Offizielle Begründung ist der Kampf gegen Schmuggel und Drogenhandel.

Marokko verlegt Truppen an die algerische Grenze und an die Grenze zu Mauretanien.

Wie die marokkanische Tageszeitung Al Massae aus verlässlichen Quellen erfahren haben will, verlagert Marokko seit dem 1. November 2017 Truppen an die östlichen Grenzen des Landes. Die königliche marokkanische Armee (FAR), handle auf „höchste Weisung“ und wird sowohl die Grenze zu Mauretanien als auch zu Algerien genauer kontrollieren. Der Zeitung zufolge erhielt die FAR Anweisungen ihre Überwachung der algerischen und mauretanischen Grenzen zu verstärken, um besser das schmuggeln von Menschen, Güter und Waffen unterbinden zu können. Dabei besonders wichtig scheint das Aufstöbern von islamistischen Terroristen zu sein, die über die Sahel- bzw. Sahararoute in das nordafrikanische Königreich einsickern könnten. Auch Marokko setzt dabei moderne Überwachungstechnik ein. An der algerischen Grenze wird das Militär seine Patrouillen verstärken und aktuelle Radar- und Infrarot-Überwachungsmethoden einsetzen, insbesondere in der Provinz Jaradah.

Algerien und Marokko pflegen aktuell praktisch keine diplomatischen Beziehungen.

Die Situation zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten ist aktuell besonders kritisch, da man weniger miteinander, sondern mehr übereinander spricht. Erst vor wenigen Wochen hat Marokko seinen Botschafter zu „Konsultationszwecken“ aus Algier zurückgerufen. Hintergrund waren Äußerungen des algerischen Außenministers Abdellah Messahel, der u.a. die marokkanische Afrikapolitik als Geldwäscheaktion und Investitionsmöglichkeit für Drogengelder bezeichnete – maghreb-post berichtete. Insgesamt sind die gegenseitig gesendeten Signale nicht nur wenig positiv, sondern könnten auch Missverständnisse verursachen, die die Gesamtsituation negativ beeinflussen würden.