Marokko – Medizinische Unterstützung für Gaza.

Angespannte politische und wirtschaftliche Lage in Gaza.

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Gaza
König Mohammed VI. lässt Militärärzte und ein Feldkrankenhaus nach Gaza verlegen.

Marokkanische Militärärzte und ein Feldkrankenhaus werden in Gaza stationiert.

Rabat – Wie die marokkanisch-staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtet, will Marokko den Palästinensern in Gaza und Umgebung medizinische Hilfe anbieten. Zu diesem Zweck soll eine Einheit von Militärärzten und ein mobiles Feldkrankenhaus nach Gaza entsandt werden. Wie das marokkanische Außenministerium bestätigt, werden die Einheiten der königlichen Armee (Royal Armed Forces (FAR)), auf explizite Anweisung von König Mohammed VI., der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, nach Gaza entsandt.

Mobile Klinik zur Versorgung der Verletzten.

Das Außenministerium ergänzte in seiner Erklärung, dass es Marokko und König Mohammed VI. darum gehe die Versorgung von Verletzten, anlässlich der jüngsten Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften und dem Militär, zu unterstützen. „Marokko will den zivilen Opfern der jüngsten Ereignisse im Gaza-Streifen die notwendige Versorgung bieten“, heißt es in der Erklärung. Das Ministerium fügte hinzu, dass diese Unterstützung, die in diesem für Muslime heiligen Monat Ramadan stattfindet, „im Einklang mit dem historischen und ständig erneuerten Engagement des Monarchen für die palästinensische Sache steht und die aktive und wirksame Solidarität mit dem brüderlichen palästinensischen Volk unterstreicht“. König Mohammed VI. ist Vorsitzender des Al Quds Komitees (Al Quds ist die arabische Bezeichnung für Jerusalem) und damit innerhalb der islamischen Welt offizielle Sprecher in der Palästinenserfrage.

Angespannte politische und wirtschaftliche Lage in Gaza.

Die politische und wirtschaftliche Lage ist in Gaza seit Jahren angespannt und die Besatzung von Palästina durch Israel eine Belastung für den Frieden in der ganzen Region. Seit der Anerkennung Jerusalems, als Hauptstadt Israels durch die US – Administration unter Donald Trump, ist die Situation noch explosiver. Seit dem diesjährigen Jahrestag der Gründung des israelischen Staates, der zugleich als Jahrestag an die Vertreibung der Palästinenser erinnert und in diesem Jahr auch zur Eröffnung der neuen US – Botschaft in Jerusalem diente, kommt es wieder zu vermehrten und umfänglichen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und dem israelischen Militär, bei denen es vor allem bei den Palästinensern zu zahlreichen Todesopfern und Verletzten gekommen ist. So erfreulich die Entsendung der marokkanischen Militärärzte ist, es wäre schon früher möglich und nötig gewesen, als nichtmilitärisches Signal der Solidarität. Dies gilt auch für andere muslimische und arabische Staaten.

Mamud Abbas erkrankt.

Darüber hinaus ist auch die politische Zukunft unter den Palästinensern schwierig einzuschätzen. In der letzten Woche erkrankte der international anerkannte und als gemäßigt geltende Präsident der Palästinenser, Mahmud Abbas, an einer Lungenentzündung und konnte erst vor wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. Was innerhalb der Palästinenser passiert, wenn Abbas seinen Amtsgeschäften nicht mehr nachkommen kann, ist unklar. Bleibt zu hoffen, dass die Lage nicht weiter eskaliert und die marokkanischen Militärärzte nicht selbst in Gefahr geraten.

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