Tunesien – Kanzlerin Merkel und Präsident Saied besprechen Libyenkrise.

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Kanzlerin
Bundeskanzlerin Angela Merkel und tunesischer Präsident Kais Saied stimmen sich telefonisch ab.

Deutsche Kanzlerin und tunesischer Präsident tauschen in einer Telefonkonferenz die eigenen Positionen aus.

Berlin/Tunis – Der Präsident Kais Saied erhielt am Montag einen Anruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dies bestätigte die tunesische Nachrichtenagentur TAP, unter Berufung auf den Präsidentenpalast.

Präsident Saied und Bundeskanzlerin Merkel erörterten regionale und internationale Entwicklungen, insbesondere die Lage in Libyen und in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der sog. Berliner Konferenz.

Sie „bekräftigten auch“ das gemeinsame Engagement für eine friedliche Lösung der Libyenkrise unter Einbeziehung aller betroffenen Parteien, einschließlich Tunesiens, und betonten dabei das Bekenntnis zum internationalen Recht“.

Der Präsident der Republik und die deutsche Bundeskanzlerin vereinbarten, „die Konsultationen zwischen den beiden Ländern über die Lage in Libyen fortzusetzen und jeweilige direkte Ansprechpartner für die ständigen Konsultationen zu bestimmen“, so die gleiche Quelle weiter.

Deutschland lobt die Friedensinitiative Tunesiens im Libyenkonflikt.

Während des Telefongesprächs sprachen beide Seiten auch über „die in Tunesien gestartete Friedensinitiative, die darin besteht, mehrere Stammesführer und Sozialräte zusammenzubringen, um Mittel und Wege der Versöhnung und die Ausarbeitung der Verfassung für die nächste Phase in Libyen zu erörtern“. Hier lehnt sich Tunesien an das Konzept Deutschlands in Afghanistan an. Deutschland gelang es die afghanischen Protagonisten in der Loya Jirga (Große Versammlung) zur Lösung der Afghanistan-Krise zusammenzubringen. Dieser Rat habe zur Verabschiedung der neuen Verfassung in Afghanistan geführt, hieß es in der Erklärung des Präsidentenpalast.

Berlin möchte Gastgeber einer internationalen Konferenz zu Libyen sein, mit dem Ziel, den anhaltenden bewaffneten Konflikt im Land zu beenden und die libyschen Parteien zum Dialog zu bringen.

Bilaterale Beziehungen sollen weitergeführt werden.

Ein weiterer Gesprächspunkt in dem Telefonat war der Stand der bilateralen Beziehungen. Tunesien und Deutschland sprachen über die „privilegierten bilateralen Beziehungen in allen Bereichen und die Unterstützung Deutschlands für Tunesien, insbesondere in den letzten Jahren, sowie über den gemeinsamen Willen, die freundschaftlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken“.

Bundeskanzlerin Merkel hat den tunesischen Präsidenten zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland eingeladen, so der tunesische Präsidentenpalast in seiner Erklärung abschließend.

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