Algerien – Gas- und Ölkonzern meldet drei neue Entdeckungen.

Algerien will mehr Energie an europäische Länder verkaufen.

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Gasfeld
Bohrung - Gasfeld

Sonatrach bestätig Entdeckung von zwei neuen Gasfeldern und eines Ölfeldes gemeinsam mit ENI

Algier – Das algerische – staatliche Öl- und Gasunternehmen Sonatrach gab in einer Pressemitteilung vom vergangenen Montag, den 25. Juli 2022, bekannt, dass es drei Entdeckungen gemacht habe, darunter zwei eigene Gasentdeckungen und einen Ölfund. Letzteres in Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen ENI.

Drei neue Entdeckungen sollen Attraktivität als Energielieferant steigern.

Im Illizi-Becken im Südosten ergaben die ersten Tests der Explorationsbohrung „In Ekker Sud West-1″ einen geschätzten Gesamtdurchfluss von 513.000 m3/Tag an Gas und 45 m3/Tag an Öl. Was die Erkundungsbohrung „Tamzaia-3″ im Bechar-Becken am nordwestlichen Rand der Sahara betrifft, so erklärt Algerien – ohne Zahlen zu nennen – dass sie eine „interessante Gasproduktion“ ergab.

In dem Bemühen, die Kohlenwasserstoffproduktion zu steigern, haben Sonatrach und ENI mit der Bohrung „RODW-1″ begonnen. Dies sei die dritte Bohrung der Explorationskampagne im nördlichen Teil des „Berkine-Beckens“. Die beiden Partner fanden 1.300 Barrel Öl und 51.000 m3 Begleitgas pro Tag. Der algerische Konzern fügte hinzu, dass die Produktion, wie zuvor auch die Bohrung „In Ekker Sud West-1″, bald im Rahmen einer „Fast Track“ Erschließung beginnen solle.

Italienische Verbindung

Algier hat kürzlich bekannt gegeben, dass es seine Gaslieferungen nach Italien über Transmed, die Gaspipeline, die Algerien über Tunesien mit Italien verbindet, erhöht habe. Seit Anfang des Jahres wurden 13,9 Milliarden Kubikmeter Gas nach Italien gepumpt, ein Anstieg von 113% im Vergleich zu 2021.

Mit der Neuverhandlung von Lieferverträgen und der Erschließung neuer Märkte erwarten die algerischen Behörden eine deutliche Steigerung der Exporte, mit denen die ständig wachsende weltweite Nachfrage gedeckt werden könnte. „Die Exporte von verflüssigtem Erdgas könnten in diesem Jahr 22 Millionen m3 erreichen“, gab der algerische Energieminister Mohamed Arkab Anfang Juli bekannt.

Mitte Juli versicherte der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune „seinem Freund“ Mario Draghi, dem inzwischen ehemaligen italienischen Premierminister, am Rande der Unterzeichnung eines Gasgeschäfts im Wert von 4 Milliarden US-Dollar, einer der europäischen Lieferanten von Strom, Solarenergie und konventioneller Energie“ für Europa zu werden.

Das Land hat seine Ambitionen darauf ausgerichtet, den Energiebedarf der Europäischen Union zu decken. Die EU liegt mit Russland, seinem historischen Gaslieferanten, im Clinch. Algerien möchte jedoch seine Wirtschaft, die stark von seiner Öl- und Gasindustrie abhängig ist, wieder ankurbeln und geht das Risiko einer politischen Verstimmung mit Russland augenscheinlich ein.

Algerien – Abkommen für mehr Gas an Italien angekündigt.

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