Freihandelsabkommen zwischen Marokko und Südamerika in Vorbereitung.

Marokko plant vom Wachstum in Südamerika zu profitieren und seine Position als Tor zu Afrika zu stärken.

Südamerika
Marokko plant vom Wachstum in Südamerika zu profitieren und seine Position als Tor zu Afrika zu stärken.

Verhandlungsbeginn vor kurzem in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia.

Rabat – Marokko plant eine Erweiterung seiner Handelsbeziehungen. Neben der Süd-Süd-Strategie in Richtung Afrika richtet das Königreich seinen Blick nun auch auf Südamerika. Eine marokkanische Delegation reiste vor wenigen Tagen zu Gesprächen in die brasilianische Hauptstadt Brasilia. In den Gesprächen, im brasilianischen Außenministerium, ging es um den Zugang Marokkos zum südamerikanischen Gemeinschaftsmarkt (Mercosur) sowie um die mögliche Einrichtung einer gemeinsamen Freihandelszone (FTA). Bei dem Treffen machte die marokkanische Delegation deutlich, dass es erklärte Strategie ist, Kooperationen und Marktzugänge auszuhandeln. Dabei möchte Marokko den eigenen Markt für Handelsbeziehungen öffnen und selbst Zugänge zu neuen Märkten anbieten. Dies kann in Form von Wirtschaftsabkommen auf einzelne Branchen bezogen geschehen oder in Form umfassender Freihandelsabkommen bzw. durch die Schaffung oder dem Beitritt zu einer Freihandelszonen.

Südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Mercosur) verhandelt bereits mit der EU und bilateral mit Ägypten, Tunesien und dem Libanon.

Die südamerikanische Delegation, unter Leitung von Brasilien, dass derzeit den Vorsitz der Vereinigung innehat, und Vertretern aus Argentinien, Paraguay und Uruguay, verwies auf laufenden Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU), Kanada, Südkorea, Japan und auf der Ebene der arabischen Länder mit Ägypten, Tunesien und Libanon. Am Ende dieses Treffens, an dem auch der marokkanische Botschafter in Brasilien „Nabil Adghoghi“ teilnahm, vereinbarten die beiden Delegationen, in den kommenden Wochen weitere Informationen über die jeweiligen Wirtschaftsräume auszutauschen. Darunter fallen Rechtsvorschriften, Zollregelungen, Statistiken sowie Handelsregelungen.

Marokko plant vom Wachstum in Südamerika zu profitieren und seine Position als Tor zu Afrika zu stärken.

Der marokkanische Botschafter in Brasilien brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass ein Freihandelsabkommen zwischen Marokko und Mercosur neue Exportchancen für das Königreich schafft. Ein solches Abkommen schafft für Marokko den Zugang zu einem in sich wachsenden Markt. Gleichzeitig bietet sich Marokko durch ein solches Abkommen weiteren Partnern als Tor und Drehscheibe an, insbesondere für Afrika, dem Nahen Osten, der arabischen Welt bis hin zur Türkei. Dazu gehört es auch, dass Marokko einen Zugang zur ECOWAS Gemeinschaft anbieten könnte. Gerade der Zugang zur ECOWAS setzt aber voraus, dass Marokko auf der ECOWAS Konferenz im Dezember in die Wirtschaftsgemeinschaft aufgenommen wird. Dies ist aber noch unsicher – maghreb-post berichtete. Für Marokko sind vor allem der Agrarsektor, die Textilwirtschaft und der Automobilsektor interessant. Das nächste Treffen zwischen Marokko und Mercosur ist für die erste Hälfte des Jahres 2018 in Rabat geplant.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Empfohlener Artikel