Marokko – Ausbau des Hochgeschwindigkeitszugnetzes kosten 90 Mrd. MAD

Machbarkeitsstudien offenbaren Investitionsvolumen von 90 Mrd. MAD

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Al Boraq
Marokkanischer Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq

Ausbau der Strecken Tanger – Marrakech und Marrakech Agadir nicht vor dem Jahr 2040 beendet.

Rabat – Das nordafrikanische Königreich Marokko hat vor rund zwei Jahren Afrikas erste Hochgeschwindigkeitszugstrecke in Betrieb nehmen können. Der marokkanische Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq, der dem französischen TGV entspricht, verbindet die wirtschaftlich wichtigsten Regionen des Landes, Casablanca, Rabat und Tanger, miteinander. In einer Rede zum grünen March 2019 kündigte der marokkanische König Mohammed VI. an, dass er die sog. marokkanische Sahara (Westsahara) und die Region Souss-Massa zum neuen Dreh und Angelpunkt für die wirtschaftliche Expansion in Richtung Subsahara ausbauen möchte. Neben dem Bau eines neuen Hochseehafens in Dakhla und der Fertigstellung einer fast 1.000 km langen Schnellstraße bis Laayone, hat der Monarch auch den Ausbau des Hochgeschwindigkeitszugnetzes angekündigt. In Erweiterung der jetzigen Strecke soll es einen Ausbau von Tanger bis nach Marrakech geben. Von der Königsstadt Marrakech aus, soll es dann bis nach Agadir weitergehen können.

Machbarkeitsstudien offenbaren Investitionsvolumen von 90 Mrd. MAD

Für die Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV), die Tanger mit Marrakech verbinden soll, wird ein Budget von 40 Milliarden marokkanische Dirham (ca. 3,65 Mrd. EURO*) benötigt, teilte der Minister für Ausrüstung, Transport, Logistik und Wasserwirtschaft, Abdelkader Amara, am Dienstag, 22. Dezember 2020, im Parlament in Rabat mit.

Auf eine mündliche Anfrage im Abgeordnetenhaus hin, bezüglich des Streckenausbaus in den südlichen Provinzen antwortete der Minister, dass das Hochgeschwindigkeitsprojekt Marrakech-Agadir im Rahmen des „Eisenbahnprogramms bis 2040″ ca. 50 Milliarden MAD (ca. 4,56 Mrd. EURO*) kosten wird.

So wird der Gesamtbudgetrahmen fast 90 Milliarden MAD (ca. 8,22 Mrd. EURO) erreichen, betonte der Minister und hob den Fortschritt der detaillierten technischen Studien hervor, insbesondere im Hinblick auf die zweite Strecke Marrakech – Agadir.

Frankreich und China bewerben sich um Ausbau der Strecke.

Zwar wurde die jetzige Strecke zwischen Tanger und Casablanca unter Einbindung zahlreicher marokkanischer Baufirmen gebaut, doch Anleitung und Technologie stammten aus Frankreich. Auch die Erweiterung des Streckennetzes wird nicht ohne ausländische Unterstützung möglich sein. Derzeit bewerben sich Frankreich und China, um die Aufträge. Aktuell gehen Beobachter davon aus, dass Frankreich bei der Bewerbung einen Vorteil hat auch wenn China ein gutes Angebot abgegeben haben soll. Doch das Rennen zwischen den beiden Ländern ist noch nicht beendet. So ist es nicht undenkbar, dass die Strecke Casablanca – Marrakech von Frankreich gebaut wird und die Verbindung von Marrakech nach Agadir von China. Vor 2040 wird das Projekt nicht umgesetzt sein. Damit würde das Hochgeschwindigkeitszugnetz in Marokko eine Länge von 800km erreichen.

Der Ausbau des Netzes ist in Marokko nicht unumstritten. Viele sehen die enormen Investitionssummen besser im Bildungs- und Gesundheitssystem investiert.

*Wechselkurs Stand 23.12.2020

Marokko – China an Zugstrecke Agadir – Marrakesch interessiert.

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