Marokko – Autohändler fordern Kaufanreize für Elektrofahrzeuge.

Marktteilnehmer fordern staatliche Beihilfen und Aufbau eine Lade- Infrastruktur

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Elektrofahrzeug
Elektrofahrzeug beim Ladevorgang

Zahl der Anbieter und Fahrzeugmodele mit Hybrid und rein elektrischem Antrieb steigt.

Casablanca – In der Ausgabe vom vergangenen Mittwoch, dem 29. Juni 2022, befasste sich die Wirtschaftszeitung L’Economiste mit dem Markt für Elektro- und Hybridfahrzeuge in Marokko. So berichtete die Zeitung, dass es inzwischen 14 Marken, 44 Elektro- und Hybridmodelle gibt, die 2022 in Marokko fahren, mit steigender Tendenz. Im Jahr 2020 waren es gerade einmal 7 Marken und 21 Modelle, die mit Hybrid- und Elektroantrieb fuhren. Binnen zwei Jahren habe sich der Anteil der sog. sauberen Mobilität, wenn auch auf niedrigem Niveau, praktisch verdoppelt.

Dass der Anteil der Fahrzeuge mit elektrischen Antriebssystemen noch sehr gering ist, zeigen die Verkaufszahlen. So stieg die Zahl von rund 25 Einheiten im Jahr 2018 auf 89 Fahrzeuge ein Jahr später, um bis 2021 auf 688 Fahrzeuge zu steigen, darunter 421 Plug-in-Hybride.

Marokko noch am Beginn einer Entwicklung, die in Europa bereits Fahrt aufnimmt.

Das Königreich Marokko, das zu den Vorreitern bei der Umstellung der eigenen Energieversorgung auf erneuerbarer Energie gehört, hat es bisher versäumt, die breite Bevölkerung in den Prozess einzubeziehen. Gerade was die Mobilität betrifft hat man über Jahrzehnte den Ausbau des Schienenverkehrs vernachlässigt, auf das Auto gesetzt und beim Umbau der Wirtschaft hat man eher, nach türkischem Model, sich darum bemüht, ein attraktiver Standort für die günstige Produktion von Fahrzeugen mit konventioneller Verbrennertechnik zu werden, was auch gelungen ist. Um die Zukunft dieses Sektors zu sichern, gilt es jetzt zusätzlich die eigene Gesellschaft mitzunehmen.

Doch noch steckt Marokko in den Kinderschuhen, was saubere Mobilität und ein elektrisches Ökosystem angeht, das auf einen erfolgreichen Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben abzielt.
„In Europa hat der Übergang zehn Jahre gedauert. In Marokko dürfte er viel weniger Zeit in Anspruch nehmen“, wird Fabrice Crevola, Generaldirektor von Renault Commerce Maroc, von der Zeitung zitiert.

Marktteilnehmer fordern staatliche Beihilfen und Aufbau eine Lade- Infrastruktur

Von der Wirtschaftszeitung werden die vermeintlichen oder möglichen Hebel formuliert- L’Economiste erklärt, dass dafür zunächst die Barrieren für den Kauf von Fahrzeugen abgebaut werden müssen, indem Anreize, Beihilfen, Subventionen und erschwinglichere Preise geschaffen werden, um Elektroautos für möglichst viele Käufer zugänglich zu machen. Dies ist laut den Händlern ein wesentlicher Punkt.

Die Tageszeitung erklärt auch, dass die Herausforderung darin besteht, die öffentliche Infrastruktur in den Städten, auf den Straßen und an den öffentlichen Parkplätzen auszubauen, die Zahl der Ladestationen in Hypermärkten, Unternehmen usw. zu vervielfachen. Die Zeitung fügt auch hinzu, dass der Staat mit gutem Beispiel vorangehen muss, indem er seinen Fuhrpark mit dieser Art von Fahrzeugen ausstattet. Institutionen, private Gruppen usw. müssten sich ebenfalls daran beteiligen, meint L’Economiste und fügt hinzu, dass man auch auf Sensibilisierung und Kommunikation setzen müsse, um die breite Öffentlichkeit für das Thema zu gewinnen. Die gleiche Quelle weist auch darauf hin, dass der marokkanische Markt für Elektrofahrzeuge mit einer Gleichung mit mehreren Unbekannten startet.

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