Marokko – Corona –Einschränkungen sollen teilweise zurückgenommen werden.

Gastronomie und Cafés sollen eingeschränkt arbeiten können und müssen ihre Mitarbeiter bei der CNSS registrieren.

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Premierminister
Quelle Facebook - Premierminister El Othamni leitet Sitzung des Regierungsrates

Öffentliche Verwaltung, Betriebe und Dienstleister sollen unter Einschränkungen wieder agieren können.

Rabat – Die marokkanische Regierung bereitet eine allmähliche Lockerung des Gesundheitsnotstands und der damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen nach dem 11. Juni vor. Für diesen Tag hofft man, den bisher zweimal verlängerten Gesundheitsnotstand beenden und nur noch mit Verhaltensregeln die weitere Ausbreitung des Coronavirus behindern zu können.

Die jüngsten Erklärungen einiger Regierungsvertreter und ministeriellen Rundschreiben zum Gesundheitsnotstand deuten darauf hin, dass die Exekutive auf eine Lockerung der restriktiven Eindämmungsmaßnahmen zusteuert. Der Regierungschef hatte auch angekündigt, dass Industriebetriebe, die nicht von einem offiziellen Verbot betroffen sind, ihre Tätigkeit wieder aufnehmen können, nachdem Eid el-Fitr stattgefunden hat. Wichtigste Auflage, so El Othmani, die Einhaltung der geltenden Gesundheitsvorschriften müsse nachgewiesen werden können. Seitdem haben mehrere Sektoren verkündet, dass sie einen Plan zur Wiederaufnahme der Arbeit vorbereiten, sobald die Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben werden.

Gerichte nehmen Arbeit wieder auf.

So kündigte beispielsweise der Oberste Justizrat, der in Rabat tagte, an, dass die Gerichte ihre Tätigkeit ab 11. Juni schrittweise wieder aufnehmen würden. Diese Wiederaufnahme wird sich über drei zeitliche Phasen erstrecken, mit einer ersten Phase, die vom 11. bis zum 30. Juni unter dem gleichen Eindämmungsregeln mit einigen wenigen Ausnahmen laufen wird. Die zweite Stufe läuft vom 1. bis 31. Juli 2020, wobei die normale Rechtsprechungstätigkeit erst am 1. September, unter strikter Einhaltung der Coronavirus-Schutzmaßnahmen, wieder aufgenommen wird.

Gastronomie und Cafés sollen eingeschränkt arbeiten können und müssen ihre Mitarbeiter bei der CNSS registrieren.

Die Tageszeitung Al Akhbar berichtet in ihrer Ausgabe vom Dienstag, 26. Mai 2020, dass das Innenministerium auch einen Plan für die Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants nach dem Ende des Ramadans ausgearbeitet hat. Die Strategie des Ministeriums zielt auf eine allmähliche Rückkehr der 200.000 Beschäftigten in diesem Sektor ab. Die Kunden werden sich jedoch nicht hinsetzen können. Zunächst werden Cafés und Restaurants nur Lieferdienste oder Angebote zur Abholung bzw. Mitnahme anbieten können, unter Einhaltung der Kriterien des körperlichen Abstands und anderer Maßnahmen, die ihnen von den Behörde mitgeteilt werden.

Banken
marokkanische Dirham

Das Ministerium hat jedoch von den Eigentümern dieser Cafés verlangt, ihre Mitarbeiter beim CNSS (Sozialkasse) anzumelden, damit sie im Falle einer Krise in den Genuss von Beihilfen kommen können.

Unsicherheiten bzgl. der Coronavirus – Pandemie

Derzeit kann man nur hoffen, dass der Gesundheitsnotstand am 11. Juni beendet wird. Die aktuellen Infektionszahlen im Land sind zweideutig. Die täglichen Neuinfektionen näheren sich wieder dem Wert 100, was kein positives Zeichen ist. Zugleich konzentrieren sich die Neuinfektionen auf die Ballungszentren und hier vor allem auf die Region Casablanca – Settat. Nicht wenige Regionen gelten bereits als vom Coronavirus SARS-COV 2 befreit. Den Menschen wie auch der wirtschaft fällt es täglich schwerer die Einschränkungen weiter zu ertragen. Es ist damit zu rechnen, dass man sich an den weltweiten Maßnahmen orientiert und Lockerungen unter strengen Auflagen umsetzt. Ob der inländische Reiseverkehr dazu gehört, gilt es abzuwarten. Gerade dieser könnte das Virus wieder im Land verteilen.

Marokko – Wieder mehr Neuinfektionen als genesene Patienten

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