Marokko – Getreideimporte um rund 50% gestiegen.

Steigende Getreideimporte belasten Außenhandelsbilanz zusätzlich.

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Ernteausfällen
Dürre - Ernteausfälle beim Getreide erwartet.

Dürre, Ernteausfälle und Pandemie erhöhten den Bedarf bei allen Getreidesorten.

Rabat – Die Getreideimporte des nordafrikanischen Landes Marokko erreichten in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 ca. 5,9 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 49,8% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Laut Statistik der Nationalen Hafenbehörde (ANP), die die aktuellen Zahlen per Pressemeldung über die staatliche Nachrichtenagentur MAP bekanntgab, kam über den Hafen Casablanca mit ca. 3,4 Millionen Tonnen der größte Anteil des importierten Getreides ins Land, ca. 56,5%. Insgesamt verzeichneten fast alle Importhäfen einen Anstieg bei der Getreideabfertigung, Casablanca (+ 36,8%), Jorf lasfar (+ 55%), Nador (+ 241,7%), Agadir (+ 60,7%) und Safi (+ 75,5%). Die ANP gab noch im Mai bekannt, dass die Getreideeinfuhren Marokkos im Jahr 2020 mit Stand 30. April insgesamt 3,5 Millionen Tonnen erreicht hätten.

Dürre und Ernteausfälle lassen Importe ansteigen.

Fehlende Niederschläge in diesem Jahr führten zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion des Landes. Mitte Juli bestätigte der marokkanische Minister für Infrastruktur, Logistik und Transport, Abdelkader Amara, dass die marokkanischen Staudämme nach fünf Jahren Dürre derzeit eine durchschnittliche Füllrate von 45% aufweisen. Diese Zahl liegt unter dem Landesdurchschnitt von 54% im Jahr 2019. Im April räumte das marokkanische Landwirtschaftsministerium ein, dass die Produktion von Marokkos Hauptgetreidesorten zurückgehen wird. Das Landwirtschaftsministerium schätzte die Produktion der drei Hauptgetreidearten des Landes, Weichweizen, Hartweizen und Gerste, für die Landwirtschaftssaison 2019-2020 auf 30 Millionen Doppelzentner. Diese Zahl entspricht einem Rückgang von 42% im Vergleich zur vorherigen Saison. Das Land räumte ein, dass die Dürre die diesjährige Landwirtschaftssaison hart getroffen hat, und auch der COVID-19 – Gesundheitsnotstands sich direkt auf die Getreideimporte ausgewirkt habe. Seit April verzichtet Marokko auf Einfuhrzölle auf Getreide, um den Preis moderat zu halten.

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