Marokko – Grundsteinlegung für einen Pharmaindustriellen Komplex in Benslimane.

Marokko will zu einer der führenden Biotechnologieplattformen in der Welt werden.

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Quelle MAP - König Mohammed VI-Startschuss für neuen Pharmaindustriellen Komplex und biothechnischen Hub in Bensliman

König Mohammed VI. gibt Startschuss für Marokkos „Pharmaindustriellen Komplex“ zur Produktion von Impfstoffen und für Forschungseinrichtungen im „Biopharmazeutikabereich“.

Benslimane – Das nordafrikanische Königreich Marokko verfolgt ehrgeizige Ziele im Pharmasektor. Der marokkanische König Mohammed VI. nahm persönlich und vor Ort am Donnerstag, den 27. Januar 2022, in der Provinz Benslimane (Region Casablanca-Settat) an der Zeremonie zum Beginn der Bauarbeiten für einen Pharma – Komplex zur Herstellung von Impfstoffen, unter anderem gegen Covid-19, teil.

Dies ist ein Projekt, das dazu dienen soll, die allgemeine Impfstoffherstellung unabhängig vom Ausland für Marokko sichern zu können. Zugleich will man von Benslimane aus, auch andere afrikanische Länder beliefern. In Folge der Erfahrungen im Kontext der COVID-19 Pandemie und dem weltweiten Wettlauf um Impfstoffe, den vor allem wohlhabende Länder mit ihrer Finanzkraft für sich entscheiden konnten, hatte der marokkanische König die Zielsetzung verabschiedet, für sein eigenes Land und für andere afrikanische Staaten, beginnend bei der Impfstoffproduktion und zukünftig bei der Medikamentenherstellung, mehr Eigenständigkeit zu erreichen. Zusätzlich dem indischen Vorbild folgend, werden in Benslimane 400 bis 500 Mio. Euro investiert, um „das Königreich als unumgänglichen Biotechnologie-Hub in Afrika und der Welt zu positionieren, der kurz- und langfristig den Gesundheitsbedarf des Kontinents decken kann, indem er die pharmazeutische Forschung, die klinische Entwicklung, die Herstellung und die Vermarktung von dringend benötigten Biopharmazeutika umfasst“, so eine Erklärung, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP zum Anlass veröffentlicht wurde.

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Erste Einsatzbereitschaft bis 2024 geplant.

Das Projekt in Benslimane, so heißt es weiter, bestehe „in der Errichtung einer Anlage zur Herstellung und Verabreichung von Impfstoffen (Anti-Covid und andere Impfstoffe) mit drei Produktionslinien, deren kombinierte Produktionskapazität bis 2024 116 Millionen Einheiten erreichen wird. Diese Linien werden für die Herstellung von vorgefüllten Spritzen, Flüssigkeitsflaschen und lyophilen Fläschchen eingesetzt. Die geplante Investition beläuft sich auf etwa 200 Millionen Euro, und die Produktion der Testchargen soll am 30. Juli 2022 anlaufen.

Marokko will zu einer der führenden Biotechnologieplattformen in der Welt werden.

Das Projekt ist das Ergebnis einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die insbesondere von einem der weltweit führenden Biotechnologieunternehmen und der „Fill & Finish“-Industrie, dem schwedischen Unternehmen Recipharm, begleitet wird. Es wird die Selbstversorgung des Königreichs mit Impfstoffen sicherstellen und das Land zu einer führenden Biotechnologieplattform auf dem afrikanischen Kontinent und weltweit im Bereich der „Fill & Finish“-Industrie machen.

Die Industrieanlage mit dem Namen „Sensyo Pharmatech“ ist die größte Fill&Finish-Plattform für Impfstoffe in Afrika und soll langfristig zu einer der fünf größten weltweit werden. Dieses Großprojekt zielt darauf ab, mittelfristig (2022-2025) die aseptische Abfüllung und Wirkstoffherstellung von mehr als 20 Impfstoffen und biotherapeutischen Produkten, darunter drei Impfstoffe gegen Covid-19, in weniger als drei Jahren nach Marokko zu verlagern und damit über 70 % des Bedarfs des Königreichs und über 60 % des Bedarfs des Kontinents zu decken.

Ansiedlung von Forschungsumfeldern und Innovationszentren für den Pharmabereich bis 2030.

Der heute initiierte Standort soll zur Schaffung eines afrikanischen Zentrums für biopharmazeutische Produkten und Impfstoffentwicklungen dienen. In diesem Rahmen ist der Transfer von fortschrittlichen Biotechnologie-Plattformen nach Marokko vorgesehen, einschließlich klinischer Forschung, Entwicklung und Produktion von Zell- und Gentherapien, Stammzellen und fortschrittlichen In-vitro-Diagnosetechnologien.

Das Projekt strebt langfristig (2023-2030) die Schaffung eines weltweit anerkannten afrikanischen Innovationszentrums für Biopharmazeutika und Impfstoffe in Marokko an, und zwar im Rahmen einer Partnerschaft zwischen den wichtigsten internationalen Akteuren in den Bereichen Forschung und Entwicklung von Spitzentechnologien für Impfstoffe und Biotherapeutika sowie allen zuständigen marokkanischen Institutionen, insbesondere dem Ministerium für Hochschulbildung, dem Gesundheitsministerium, dem Innenministerium, dem Industrie- und dem Finanzministerium. In diesem Zusammenhang ist ein massiver und kontinuierlicher Know-how-Transfer vorgesehen, um das Königreich in den kommenden fünf Jahren als Lokomotive des Kontinents in der Forschung, Entwicklung und Produktion von biopharmazeutischen Spitzenprodukten zu positionieren.

Erste Erfahrungen mit der Abfüllung des chinesischen COVID-19 Impfstoffs

Dank der Mobilisierung der lokal verfügbaren aseptischen Abfüllanlagen in Marokko und der Verlagerung der Reinraumabfüllung des Covid-19-Impfstoffs von Sinopharm nach Marokko produziert das Königreich heute monatlich mehr als 3 Millionen Dosen des chinesischen COVID-19 Impfstoffes bereits lokal. Die Produktionskapazität wird ab Februar 2022 auf etwa 5 Millionen Dosen und bis Ende 2022 auf über 20 Millionen Dosen pro Monat steigen. Ab 2025 wird Marokko nach eigenen Angaben und Planungen in der Lage sein, mehr als 2 Milliarden Impfstoffdosen pro Jahr zu produzieren.

Marokko – Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion von König angestoßen.

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