Marokko – Handelsminister droht Türkei mit Ausstieg aus Freihandelsabkommen.

Marokko und die Türkei setzen Kommission ein, um Freihandelsabkommen zu retten.

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Freihandelsabkommen
Marokko und Türkei streiten um bilaterales Freihandelsabkommen

Streit um Handelsbilanzdefizit zwischen Ankara und Rabat droht zu eskalieren.

Istanbul – Derzeit befindet sich der marokkanische Minister Moulay Hafid El Alamy in der Türkei. Der marokkanische Minister für Handel und Industrie führte, am Rande der 34. Tagung des „Ständigen Ausschusses für wirtschaftliche und kommerzielle Zusammenarbeit der Islamischen Kooperationsorganisation“, Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen Ruhsar Pekcan. In den Gesprächen ging es vor allem, um das Freihandelsabkommen zwischen Marokko und der Türkei. Die marokkanische Wirtschaft und die Regierung sehen sich benachteiligt und beklagen ein Handelsbilanzdefizit zu Lasten des nordafrikanischen Königreichs. Ursächlich sollen Handelshemmnisse und bürokratischen Hürden auf türkischer Seite sein, die es marokkanischen Unternehmen erschweren, Waren und Dienstleistungen auf dem türkischen Markt einzuführen. Minister El Alamy machte deutlich, dass die Wiederherstellung einer ausgeglichenen bilateralen Handelsbilanz unerlässlich ist und dass Marokko nicht zögern wird, das Freihandelsabkommen zwischen den beiden Ländern bei Bedarf zu kündigen.

Minister
Marokkanischer Minister für Industrie, Handel und neue Technologen Mouley Hafid El Alamy

Marokko und die Türkei setzen Kommission ein, um Freihandelsabkommen zu retten.

Wie marokkanische Medien berichten, haben sich die beiden Minister darauf verständigt, mögliche Hindernisse zu identifizieren und über deren Beseitigung zu sprechen. Zu diesem Zweck will man eine gemeinsame Kommission ins Leben rufen, die die Handelsbeziehungen analysiert. Die Kommission soll sich darauf konzentrieren, marokkanische Exportsektoren zu ermitteln, die für den lokalen türkischen Markt von Interesse sein könnten, sowie türkische Investitionsmöglichkeiten im Industriesektor in Marokko erarbeiten. Das Freihandelsabkommen wurde 2004 zwischen den beiden Staaten unterzeichnet. Vor allem die türkische Konsumgüterindustrie hat von der Marktöffnung profitiert.

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