Marokko – Offizielle Arbeitslosenquote erreicht 12,8%.

Deutlich weniger sozialversicherte Arbeitsverhältnisse

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Arbeitnehmer
Arbeitnehmer in der Industrie

In Ballungszentren sind durchschnittlich 18,2% der Erwerbsfähigen als arbeitslos registriert. Arbeitslosenquote steigt, um 0,5 Prozentpunkte.

Rabat – Die Arbeitslosenquote in Marokko stieg im Vergleich zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem zweiten Quartal 2021 um 0,5 Prozentpunkte. Damit stieg diese von 12,3% auf 12,8% auf nationaler Ebene und auf Basis der erwerbsfähigen Bevölkerung, so die Hohe Kommission für Planung (HCP) in ihrem aktuellen Quartalsbericht zum Arbeitsmarkt in dem nordafrikanischen Land. Die Arbeitslosenquote verzeichnete einen starken Anstieg in städtischen Gebieten von 15,6% auf 18,2% und einen Rückgang in ländlichen Gebieten von 7,2% auf 4,8%, so die HCP weiter.

Arbeitslosenquote
Quelle HCP Arbeitslosenquote Stadt – Land – National Q3 2021 und Verlauf

Absolute Zahl der Arbeitslosen stieg um 9%.

Die reine absolute Zahl der Arbeitslosen ist zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem zweiten Quartal 2021 um 128.000 gestiegen, von 1.477.000 Arbeitslosen auf 1.605.000, was einem Anstieg von 9% entspricht. Dieser Anstieg ist das Ergebnis eines Rückgangs von 100.000 Arbeitslosen in ländlichen Gebieten und eines Anstiegs von 228.000 in städtischen Gebieten.

Andererseits sank die Zahl der Erwerbstätigen zwischen Q2-2020 und Q2-2021 auf nationaler Ebene um 360.000, von 1.359.000 auf 999.000, in den Städten von 753.000 auf 551.000 und auf dem Land von 606.000 auf 448.000.

Deutlich weniger sozialversicherte Arbeitsverhältnisse

So sank die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf nationaler Ebene von 13% auf 9,2%, in den Städten von 12,2% auf 8,9% und in den ländlichen Gebieten von 14,1% auf 9,5%, während der Anteil der Erwerbstätigen, die in Abhängigkeit von der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden unterbeschäftigt sind, auf nationaler Ebene auf 470.000 Personen zurückging.

In dem Bericht der HCP wird auch darauf hingewiesen, dass die Zahl der Erwerbstätigen, die aufgrund eines unzureichenden Einkommens oder eines Missverhältnisses zwischen Ausbildung und Beschäftigung unterbeschäftigt sind, auf nationaler Ebene von 402.000 auf 529.000 Personen gestiegen ist. Die entsprechende Quote stieg von 3,8% auf 4,9%.

Die Bevölkerungsgruppen, in denen die erwerbstätigen Quote am stärksten zurückging, waren Personen im Alter von 25 bis 34 Jahren (-4,4 Punkte), Personen ohne Qualifikation (-4,3 Punkte) und Männer (-3,8 Punkte).

Hochschulabsolventen besonders betroffen.

Bei den Hochschulabsolventen verzeichnete die Arbeitslosenquote zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem zweiten Quartal 2021 einen Anstieg um 2,2 Prozentpunkte von 18,2% auf 20,4%, so der HCP, wobei die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen auf 25,3% und die Arbeitslosenquote der Absolventen mit mittlerem Abschluss auf 17,6% stieg.

Bevölkerungsgruppe
Quelle HCP Arbeitslosenquote im Vergleich Q2 vs. Q3 und Bezug auf Bevölkerungsgruppe

Gerade jüngere Menschen im alter von 15-24 Jahren gelingt der Einstieg ins Berufsleben nur sehr schwer. Auch sind Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.

Städte verlieren netto Arbeitsplätze

Zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem gleichen Zeitraum von 2021 hat die Volkswirtschaft 405.000 Arbeitsplätze geschaffen, was zu einer Schaffung von 414.000 in ländlichen Gebieten und einem Verlust von 9.000 Arbeitsplätzen in städtischen Gebieten führte, gegenüber einem Verlust von 589.000 Arbeitsplätzen im Vorjahr und einem Durchschnitt jährliche Schaffung von 64.000 Arbeitsplätzen in den drei Jahren vor der Pandemie. Der Sektor „Land-, Forst- und Fischerei“ schuf 318.000 Arbeitsplätze, Bau 108.000, Dienstleistungen 40.000 und „Industrie einschließlich Handwerk“

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