Marokko – Oulmés bestätigt Umsatzeinbußen durch Boykott.

Verbraucher boykottieren drei Marken seit neun Wochen.

Sidi Ali
Sidi Ali Mineralwasser Marokko

Unternehmen warnt Anteilseigner vor Umsatzeinbußen und möglichen Verlusten.

Casablanca – Das marokkanische Unternehmen Les Eaux Minerales d’Oulmes hat am vergangenen Donnerstag (28. Juni. 2018) erstmalig offiziell bestätigt, dass in diesem Jahr ein Umsatzeinbruch zu erwarten ist. Hintergrund ist der seit über neun Wochen bestehende Boykottaufruf gegen das Mineralwasser Sidi Ali, welches von Oulmés vertrieben wird.

„In einem sozialen und wirtschaftlichen Kontext, der durch einen Boykott mehrerer weit verbreiteter Marken wie Sidi Ali gekennzeichnet ist, erwartet Les Eaux Minerales d’Oulmes für das erste Halbjahr 2018 einen Umsatzrückgang“, sagte das Unternehmen in seiner Erklärung. Das Unternehmen gab in der Umsatzwarnung keine Details zu den möglichen Umsatzeinbußen oder drohenden Verlusten an, sagte aber, dass die Verkäufe von Sidi Ali „stark eingebrochen“ seien.

Verbraucher boykottieren drei Marken seit neun Wochen.

Am 20. April 2018 starteten Aktivisten, über die Sozialen Medien, einen Boykottaufruf gegen drei Unternehmen, denen vorgeworfen wird, ihre jeweilige marktbeherrschende Stellung zur Durchsetzung überhöhter Preise zu missbrauchen. Neben der Firma Oulmés, mit dem Produkt Sidi Ali, sind Centrale Danone und die Tankstellenkette Afriquia von dem Boykottaufruf betroffen.

Boykott
Boykott-Aufruf in Sozialen Medien gegen große Markenherstelller.

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Vor dem Boykott wurde der Anteil des Unternehmens am Mineralwassermarkt auf 70% geschätzt. Oulmés erzielte 2017, laut eigenen Angaben und bestätigt durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young, einen Gewinn von 195 Millionen marokkanische Dirhams MAD, was bereits einem Gewinnanstieg gegenüber 2016 von ca. 16% entsprach.

Oulmés kündigt Kostensenkungen an.

Das marokkanische Unternehmen kündigt gegenüber seinen Anteilseigner an, die Auswirkungen des Boykotts abmildern zu wollen. Dazu möchte Les Eaux Minerales d’Oulmes die Kosten, durch Rationalisierungen und Effizienzsteigerungen, senken. Vorrangiges Ziel sei es, die verabschiedete Entwicklungsstrategie weiterzuverfolgen und auch Arbeitsplätze zu sichern. In der Erklärung bleibt es aber offen, ob das Unternehmen gänzlich Entlassungen ausschließt.

Einer Preissenkung bei ihrem Produkt Sidi Ali hat Oulmés bereits eine Absage erteilt. Um den Spielraum für Preissenkungen zu haben, bedarf es zunächst Senkungen bei Gebühren, Abgaben und Steuern, so das Unternehmen in einer Stellungnahme vor wenigen Wochen.

Oulmés ist jetzt das zweite der drei betroffenen Unternehmen, das bestätigt Umsatzeinbußen zu erleiden, die auch den Jahresgewinn bedrohen könnten. Vor wenigen Wochen hat auch das mehrheitlich französische Unternehmen Centrale Danone eine Gewinnwarnung herausgegeben. Nun fehlt noch Afriquia.

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