Marokko – Regierung will Versorgung mit Weichweizen sicherstellen.

99
Getreideernte
Getreideernte

Bedarf an Weizen muss durch neue Importe gedeckt werden.

Rabat – Ende Dezember hat die marokkanische Regierung die Lagerbestände an Weichweizen bewertet. Sie kam, zum Ergebnis dass ca. 900.000 Tonnen Weichweizen in den Vorratssilos vorhanden sind. Dies reiche, um den Bedarf der gewerblichen Getreidemühlen für 2,5 Monate zu decken. Würde die Regierung nicht reagieren, drohen Knappheit und ein deutlicher Preisanstieg, der entweder in voller Höhe an die Konsumenten weitergereicht werden müsste oder durch höhere Subventionsausgaben den Staatshaushalt belasten würde. An Importen wird das Land nicht vorbei kommen, um bis zur nächsten Ernte den Bedarf zu decken. Nun hat die marokkanische Regierung reagiert und den Zollsatz auf importierten Weizen ausgesetzt.

Dekret setzt Importzoll auf Weizen aus.

Die marokkanische Regierung hat am vergangenen Donnerstag (26. Dezember 2019) ein Dekret zur Aussetzung der Zölle auf Weichweizen, vom 2. Januar bis zum 30. April 2020, verabschiedet, um eine regelmäßige Versorgung sicherzustellen und Preiserhöhungen auf dem Inlandsmarkt zu verhindern. Die Ankündigung der Aussetzung des Zolls, der ansonsten bei 35% liegt, bestätigte einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Die Entscheidung zielt darauf ab, die Preisstabilität in einer Zeit zu erhalten, in der die Weichweizenpreise auf dem internationalen Markt seit Oktober 2019 in die Höhe geschnellt sind, sagte Regierungssprecher Hassan Abyaba gegenüber Journalisten. Für den Staatshaushalt bedeutet dies ausfallende Einnahmen.

Getreideernte deutlich geringer als im Vorjahr.

Anfang dieses Jahres informierte Marokko über eine Getreideernte von 5,2 Millionen Tonnen, darunter 2,68 Millionen Tonnen Weichweizen, was aufgrund fehlender Niederschläge um 49% unter dem Vorjahreswert liegt. Die französischen Weizenexporteure schätzten, laut Reuters, den Bedarf Marokkos an Weichweizenimporten für die Saison 2019/2020 auf 3,8 Mio. Tonnen.

Die Regierung plant, im Jahr 2020 14,6 Milliarden Dirham (ca. 1,38 Milliarden Euro*) für die Subventionierung der Weizenpreise sowie von Zucker und Kochgas auszugeben.

*Wechselkurs Stand 2. Januar 2020

Empfohlener Artikel