Marokko und Nigeria beschließen Bau einer Gaspipeline.

Marokko und Nigeria beschließen den Bau einer gemeinsamen Gaspipeline durch Westafrika.

Gaspipeline
Gaspipeline von Nigeria nach Marokko

Marokko und Nigeria beschließen den Bau einer gemeinsamen Gaspipeline durch Westafrika.

Casablanca – Das Königreich Marokko und das südwestafrikanische Nigeria haben den gemeinsamen Bau einer Gaspipeline durch Westafrika beschlossen. Bereits am Rande der Weltklimakonferenz COP22 in Marrakech, im letzten November, haben die beiden Staatsführer, König Mohammed VI. von Marokko und Nigerias Präsident Muhammadu Buhari den Bau vereinbart. Schon beim Besuch König Mohammed VI. in Nigeria sprachen die beiden über dieses große Projekt.

Die Süd-Süd-Strategie Marokkos, mehr Kooperationen mit den Saharaländern und Zentralafrika.

Im Rahmen der sog. Süd-Süd-Strategie gilt dieses Projekt als eines der wichtigsten. Marokko wendet sich seit einiger Zeit verstärkt dem afrikanischen Kontinent zu. Nach Jahren der eher nach Europa orientierten Politik sieht Marokko nun mehr Entwicklungspotential, wenn man sich mit den afrikanischen Ländern zusammenschließt. Marokko sieht sich dabei nicht nur als Tor zu Afrika für Asien, Amerika und Europa, sondern scheint davon überzeugt zu sein, dass Afrika seine Zukunft selbst in die Hand nehmen muss um aus sich heraus eine wirtschaftliche wie soziale Entwicklung einleiten zu können. Dazu gehört auch der Kampf gegen den Klimawandel und die Umstellung der Energiegewinnung auf klimafreundliche Ressourcen.

Die nun geplante Pipeline soll nigerianisches Gas an die nördliche Küste Marokkos transportieren. Europa ist nach wie vor der größte Importeur von Erdgas. Bisher bezogen die Länder Europas ihr Gas hauptsächlich aus Russland. Das Vertrauen in den Lieferanten Russland ist in Europa allerdings gesunken. Darin könnte für die beiden afrikanischen Staaten eine Chance bestehen.

Bau der Pipeline ist eine Herausforderung.

Die beiden Länder sind sich allerdings Bewusst, dass der Bau der Gaspipeline keine kleine Herausforderung darstellt. Die Gaspipeline muss durch mehrere Länder bis Marokko geführt werden. Diese müssen dem Bau zustimmen. Daher bieten Marokko und Nigeria allen betroffen Ländern an über die Pipeline ebenfalls ihren Gasbedarf decken zu können. Ziel ist es, nach Statements von Regierungsvertretern, dass von der Gaspipeline die gesamte Region profitiert. Nun müssen aber die Verhandlungen noch geführt werden. Ebenfalls gilt es jetzt die Planung und vor allem die Finanzierung sicherzustellen.

Kick-Off Treffen in Casablanca

An einem ersten sog. Arbeitstreffen am letzten Dienstag, den 13. Dezember 2016 in Casablanca, nahmen der König Mohammed VI. und Muhammadu Buhar teil. Wie moroccoworldnews weiter berichtet, wurden die beiden von jeweils hochrangigen Vertretern der betroffenen Ressource begleitet. In diesem Kick-Off Treffen ging es genau um die genannten Aufgabenstellungen. Wie gewinnt man die benötigten Transitländer zur Zusammenarbeit und wie wird die Finanzierung sichergestellt?

Marokko setzt seine sog. Süd-Süd-Politik konsequent und mit hohem Tempo um. Mit Nigeria wurde das bevölkerungsreichste afrikanische Land als strategischer Partner gewonnen. Gleichzeitig besitzt Nigeria große Energiereserven aus Erdöl und Gas. Leider ist die Infrastruktur wenig Entwickelt. Da könnte Marokko unterstützen.

Für die Projektumsetzung bestehen, neben den genannten Risiken, auch noch andere kritische Elemente. Nicht alle Transitländer sind politisch stabil. Selbst wenn also die Finanzierung stehen würde und auch die Transitländer sich bereiterklären die Gaspipeline zu unterstützen, so muss die Pipeline noch gebaut werden. Es darf kritisch hinterfragt werden, ob das nötige Wissen vorhanden ist ein solches Projekt umzusetzen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier auf Wissen aus Europa zurückgegriffen werden muss. Damit könnte Europa Einfluss auf das Projekt nehmen. Darüber hinaus gilt es abzuwarten, ob Marokko wieder in die Afrikanische Union aufgenommen wird. Dies könnte Einfluss auf die Zusammenarbeit mit den Transitländern haben.

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