Tunesien – Erster eigener Satellit ins Weltall gebracht.

Projekt soll Luft- und Raumfahrtsektor beflügeln und junge Ingenieure im Land halten.

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Satellit
Tunesien schickt ersten selbst konstruierten Satelliten Afrikas ins Weltall

Tunesien ist erstes Land des Maghreb mit einem selbst konstruierten Kommunikationssatelliten.

Tunis – Für Tunesien ist der heutige Tag ein großer Schritt, der der Welt demonstrieren soll, wozu das kleine nordafrikanische Land in der Lage ist. Am heutigen Montag, 22. März 2021, wurde der erste tunesische Satellit ins Weltall geschossen. Er hob zusammen mit 37 anderen Satelliten an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. Zwar ist Tunesien nicht das erste Land Afrikas mit einem eigenen Satelliten, es ist aber das erste Land des Maghreb, das seinen eigenen Satelliten hergestellt hat. Bei dem künstlichen Himmelskörper handelt es sich, um einen Kommunikationssatelliten, der die Internetbandbreite im Land verbessern soll. Der Himmelskörper mit dem Namen „Challenge-1“ wurde von einem Team des Telekommunikationskonzerns TelNet gebaut. Viele der Challenge-1-Ingenieure wurden in Tunesien ausgebildet und sind zwischen 25 und 30 Jahre alt.

Projekt soll Luft- und Raumfahrtsektor beflügeln und junge Ingenieure im Land halten.

Seit Jahren befindet sich Tunesien in einer wirtschaftlichen Krise, die sich durch die Coronavirus-Pandemie und zuletzt durch die politischen Blockaden im Parlament sowie zwischen dem Premierminister und dem Präsidenten verschärft hat. Neben sinkenden Einkommen, steigender Arbeitslosigkeit leidet das Land zunehmend unter dem Abfluss von teuer ausgebildeten Fachkräften. Jedes Jahr verlassen u.a. tausende junger Ingenieure das Land. Tunesien hofft, dass dieses Projekt vor allem junge Ingenieure dazu inspiriert, sich im eigenen Land zu engagieren, anstatt sich denen anzuschließen, die auswandern. Tunesien hofft nun, in den nächsten drei Jahren, bis zu 20 weitere Satelliten vor allem für afrikanische Staaten entwickeln zu können.

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