Marokko – Belgische Hilfsorganisation beendet Engagement in Taroudant

Engagement droht nach 15 Jahren zu enden.

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Belgische Jugendliche
Quelle Facebook chtouka24.com - Belgische Jugendliche bauen kleine Straße in Taroudant

Belgische Botschaft rät Hilfsorganisation Bauworde keine neuen Gruppen von Jugendlichen nach Marokko zu entsenden.

Rabat – Seit dem Wochenende hat eine Gruppe junger Belgierinnen und Belgier für Diskussionen und Aufregung in Marokko gesorgt. Die belgische Hilfsorganisation Bauworde entsendet seit 15 Jahren Jugendliche, die sich in der Region von Taroudant in Projekten engagieren. Darunter vor allem Bauprojekte wie Bewässerungssysteme oder Straßen. Auch in diesem Jahr versuchten die jungen Menschen eine kleine Straße auszubauen und zu befestigen. Dabei entstanden Fotos und ein kleines Video, in denen die Arbeiten dokumentiert wurden. Auf den Fotos und Videos ist eine Gruppe von Belgierinnen zu sehen, die für marokkanische Verhältnisse leicht bekleidet, mit Shorts und T-Shirt, in der Hitze mitarbeiten. Diese Art der Bekleidung löste in den marokkanischen Medien, in sozialen Netzwerken und zwischen Politikern teils heftige Diskussionen aus.

Marokko – Belgische Jugendliche bauen kleine Straße in Taroudant.

Belgische Botschaft reagiert mit einer Sicherheitswarnung an Bauworde

Die marokkanische Gesellschaft scheint uneins. Konservative Kreise betrachten die Art der Kleidung als Respektlosigkeit gegen die muslimische Religion und die Traditionen im Land. Andere bedanken sich für das Engagement und rufen zur Toleranz auf. Wie nun die belgische Hilfsorganisation Bauworde auf ihrer Internetseite mitteilt, ist die Diskussion nicht spurlos an den Jugendlichen vorbei gegangen. Obwohl sich die marokkanische Regierung für die Sicherheit der Jugendlichen verstärkt einsetzt und die örtliche Gendarmerie verstärkt hat, hat sich Unsicherheit breit gemacht. Von den 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen mindesten drei das Land so schnell wie möglich verlassen. Inzwischen hat sich die belgische Botschaft in Marokko eingeschaltet. Die Botschaft hat Bauworde empfohlen keine weitere Gruppen von Jugendlichen nach Marokko zu entsendet. Dieser Empfehlung scheint Bauworde zu folgen.

Ein junger Lehrer wurde verhaftet, als er im Internet dazu aufrief, die jungen Frauen und Mädchen zu enthauptet, in Anlehnung an die Ermordung zweier Skandinavierinnen am Jabal Toubkal.

Marokko – Lehrer wegen Volksverhetzung verhaftet.

Engagement droht nach 15 Jahren zu enden.

Bouworde könnte damit sein seit mehr als 15 Jahren in der Region Taroudant bestehendes Engagement beenden. In dieser Zeit hat man versucht die lokale Bevölkerung durch den Bau von Wasserkanälen, Schulen und Frauenzentren zu unterstützen. Bouworde tat dies in Abstimmung und in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Dorfvorstehern. Die Gruppen waren stets gern gesehene Gäste, schreibt die Hilfsorganisation. Bauworde betont in seiner Erklärung, dass sich die Bewohner für die Sicherheit der Jugendlichen eingesetzt haben. Es gab überwiegend positive Reaktionen, insbesondere von den Menschen, denen man helfen konnte. Die Bewohner hatten die Jugendlichen in die Gesellschaft aufgenommen und als Gäste, selbst bei Familienfeiern, eingebunden.

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