Marokko – Mutmaßlicher Terrorist in der Region Nador verhaftet.

Erste Ermittlungen weisen auf Daech (ISIS) Anhängerschaft hin.

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BCIJ
Bureau Central d'Investigations Judiciaires (BCIJ)

BCIJ vollstreckt internationalen Haftbefehl in Zusammenarbeit mit Spanien.

Rabat – Nach Angaben des marokkanischen Innenministeriums wurde am vergangenen Freitag ein 19-jähriger junger Mann verhaftet. Sondereinheiten des Zentralbüros für juristische Ermittlungen (BCIJ) nahmen die Verhaftung in der Gemeinde Bni Chiker nahe Nador vor. Dem Mann wird vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die dem Daech bzw. ISIS nahe steht. Nach Regierungsinformationen wurde der Zugriff in Zusammenarbeit mit spanischen Sicherheitsbehörden durchgeführt. Gegen den Mann soll ein internationaler Haftbefehl vorgelegen haben.

Erste Ermittlungen weisen auf Daech (ISIS) Anhängerschaft hin.

In der Erklärung des Innenministeriums, die über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, werden erste Ermittlungsergebnisse genannt. Danach soll der mutmaßliche Terrorist „von extremistischer Ideologie durchdrungen“ sein, die Propaganda der Terrormiliz „Daech“ nicht nur angenommen, sondern auch verbreitet und die „blutigen Taten“ der Terrororganisation befürwortet haben. Untersuchungen des marokkanischen und spanischen Sicherheitsdienstes sollen gezeigt haben, dass die verhaftete Person „versucht hat, Fähigkeiten in der Herstellung von Sprengstoffen zu entwickeln“. Darüber hinaus soll er versucht haben „Schusswaffen, zur Durchführung großer terroristischer Operationen“, zu beschaffen. Dabei soll er sich direkt mit Kontaktpersonen des Daech (ISIS) in Syrien und dem Irak abgestimmt und beraten haben. Der Verdächtige wird sich, nach Angaben des Innenministeriums, vor Gericht verantworten müssen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Auslieferung an Spanien wurde nicht bestätigt.

In Marokko ist das Gericht für „terroristische Aktivitäten in Salé“ zuständig. Das Innenministerium nahm keine Stellung dazu, ob der mutmaßliche Terrorist nur in Marokko oder auch in anderen Ländern vor Gericht gestellt werden soll. Unklar blieb auch, ob der internationale Haftbefehl von marokkanischen Behörden oder von den in diesen Fall involvierten spanischen Sicherheitsdiensten ausgestellt wurde. Über eine mögliche Auslieferung an Spanien wurde nichts bekannt gegeben. Sie wurde aber auch nicht ausgeschlossen.

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