Marokko – Teilnahme der Fußballnationalmannschaft an der CHAN 2023 endgültig gescheitert.

FRMF stellte eigenen Antrag bei algerischen Behörden.

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Flughafen
Flughafen Rabat - Salé Terminal 1

Algerische Behörden stellen keine Freigabe für einen Flug der Royal Air Maroc von Rabat nach Constantin aus. Ausschluss Marokkos durch Schweigen Algiers vom Turnier CHAN 2023.

Rabat – Nun ist es endgültig, nachdem es am heutigen Tag nochmals Verwirrung über die Teilnahme der marokkanischen Fußballnationalmannschaft (U23) an der CHAN 2023 gegeben hat. Marokko wird nicht, um den drittel Titel in Folge bei der Afrikameisterschaft der Nationen (CHAN) mitspielen, womit der amtierende Titelträger nicht an dem offiziellen CAF-Turnier in Algerien, welches heute begonnen hat, teilnehmen wird.

Bereits am gestrigen Donnerstag (12. Januar 2023) gab der marokkanische Fußballverband FRMF auf seiner Webseite bekannt, dass die Nationalmannschaft nicht am Turnier in Algerien teilnehmen kann, da es von den algerischen Behörden bis zum Schluss keine Flugfreigabe für einen Grenzüberschreitenden Flug von Rabat nach Constantin gegeben hat.

Hintergrund dieser fehlenden Freigabe ist, dass der algerische Luftraum für Flugzeuge aus Marokko bzw. im marokkanischen Besitz gesperrt ist. Die FRMF bestand aber darauf mit einem Flugzeug der Royal Air Maroc, des offiziellen Logistikpartners der marokkanischen Nationalmannschaften, nach Algerien zu reisen.

FRMF stellte eigenen Antrag bei algerischen Behörden.

Wie jetzt bekanntgeworden ist, hatte Marokko noch am gestrigen Donnerstag zuletzt ein Schreiben an die algerischen Behörden gerichtet, um eine offizielle Genehmigung für den Flug der U23-Auswahl nach Constantine zu erhalten, damit diese an der Afrikanischen Meisterschaft der Nationen (CHAN) teilnehmen kann, die vom 13. Januar bis zum 4. Februar 2023 stattfindet. Sowohl die Anfragen des Afrikanischen Fußballverband CAF, der offizielle Ausrichterorganisation dieser CHAN 2023, wie auch das Anschreiben des marokkanischen Fußballverbands, welches in letzter Minute direkt zugestellt wurde, wurden von Seiten Algiers nicht beantwortet.
In dieser direkten Anfrage teilte das Generalkonsulat des Königreichs in Algier den algerischen Behörden nochmals alle Einzelheiten des Fluges (Datum, Uhrzeit, Flugzeugtyp, Strecke und Mission) mit und schrieb: „Wir haben die Ehre, die algerischen Behörden um die notwendigen Genehmigungen zu bitten, damit das Flugzeug der RAM, das die marokkanische Nationalmannschaft nach Constantine bringen wird, ihren Luftraum überfliegen kann. Das Konsulat nutzt diese Gelegenheit, um den vom Außenministerium zutiefst empfunden Respekt auszusprechen“.

Das Dokument ist mit einem Stempel der algerischen Behörden versehen, der beweist, dass die algerischen Behörden den Antrag erhalten haben.

Mannschaft in Warteposition am Hauptstadtflughafen Rabat-Salé.

Bis zum Schluss schien es so oder sollte es so erscheinen, dass noch die Möglichkeit bestand, dass eine kurzfristige Freigabe aus Algerien eingehen könnte. Daher versammelten sich alle Spiele, der Betreuerstab und die Verbandsführung am Hauptstadtflughafen Rabat-Salé. Auch die nationale Airline Royal Air Maroc ließ ein Flugzeug vorbereiten und auf dem Rollfeld warten.

Obwohl man bereits am Vortag als Verband mitteilte, dass eine Teilnahme nicht mehr zu erwarten ist, scheint es augenscheinlich so gewesen zu sein, dass man, bis zur letzten Minute, auf ein verspätetes Einlenken gehofft hat, was doch ausgeblieben ist.
Ein anderes Motiv könnte aber auch die erwartete Ankunft des FIFA – Präsidenten Gianni Infantino und des Präsidenten des Afrikanischen Fußballverband CAF, Herr Patrice Motsepe, gewesen sein. Beide kamen direkt aus Algier, wo sie der feierlichen Eröffnung des neuen Nelson-Mandela-Stadions beigewohnt haben. Sicherlich wollte man in Rabat den hohen Fußballfunktionären vorführen, dass von marokkanischer Seite alles getan worden ist, um an dem offiziellen CAF-Turnier teilzunehmen.

„Es ist sehr bedauerlich, jungen Spielern, die sich einen Monat lang vorbereitet haben, die Teilnahme an diesem afrikanischen Sportwettbewerb vorzuenthalten“, sagte der Präsident des marokkanischen Fußballverbandes (FRMF) Fouzi Lekjaa der anwesenden Presse am Rande des Empfangs des Präsidenten des Internationalen Fußballverbands (FIFA), Gianni Infantino, und des Präsidenten der Afrikanischen Konföderation (CAF), Patrice Motsepe, die am Freitag am Flughafen Rabat-Salé eingetroffen waren, um an der Auslosungszeremonie für die Vereinsweltmeisterschaft teilzunehmen, die vom 1. bis 11. Februar in Marokko stattfinden soll.

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„Das macht mich traurig. Ich möchte, dass diese jungen Leute (U23-Mannschaft) das marokkanische Volk, aber auch die Afrikaner repräsentieren“, sagte Motsepe. „Ich habe die letzten Tage damit verbracht, in meinen Gesprächen mit der algerischen Regierung alles zu tun, was möglich ist“, sagte Motsepe und bestätigte damit letztendlich das gezielte verhalten Algeriens.

Marokko – Fußballnationalmannschaft möglicherweise doch auf dem Weg zur CHAN 2023 in Algerien

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