Marokko – Verwirrender Fall von Gruppenvergewaltigung schockiert.

Bürger äußern Besorgnis und Mitgefühl in den sozialen Medien.

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Missbrauch
Fall von Missbrauch schockiert das Land,

Die Polizei von Casablanca untersucht eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung der 17-jährigen Oumaima

Casablanca – Die marokkanische Polizei in der größten Stadt Marokkos, Casablanca, leitete am Donnerstag eine Untersuchung der mutmaßlichen Entführung und Vergewaltigung der 17-Jährigen Oumaima ein. Die Untersuchung wurde inmitten widersprüchlicher Aussagen zwischen der Familie des Teenagers und der Polizei öffentlich.

Die Sicherheitsdienste arbeiten an dem Fall, sagten die Behörden, trotz der Weigerung der 17-Jährigen jungen Frau, Anzeige zu erstatten oder „irgendwelche Informationen zu liefern“, berichten marokkanische Medien. Ob ein Trauma ursächlich ist oder die Gesamtsituation auch andere Aspekte beinhaltet, ist unklar.

Fall der mutmaßlichen Entführung und Vergewaltigung löst erneut Diskussionen in den sozialen Medien aus.

Der Fall des Teenagers erhielt Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, als ihre Eltern an die Öffentlichkeit gingen und erzählten, wie Oumaima beim Einkaufen war, als jemand sie entführte und sie seit Dezember etwa drei Wochen lang festhielt. Oumaima soll während ihrer mutmaßlichen Entführung wiederholte vergewaltigt worden sein. Es ist die Rede von ca. 20 männlichen Tätern. Festgehalten worden sein, soll die junge Frau in einem Slum von Casablanca, bevor einer ihrer „Entführer“ Mitleid mit ihr bekam und sie aussetzte. Nachdem Passanten Oumaima auf der Straße gefunden hatten, wurde sie ins Ibn-Rochd Krankenhaus gebracht.

Die Mutter des Teenagers berichtete, dass sie bei der Polizei Anzeige erstattete, aber diese habe nichts unternommen. Die Mutter berichtet auch, das Krankenhaus habe Beweise dafür gefunden, dass Oumaima vergewaltigt, misshandelt und betrunken gemacht wurde.

Mangelnde Aussagefähigkeit und Anzeige aus 2018 führen zu ergebnisoffenen Ermittlungen.

Die eingenleiteten Ermittlungen werden mit dem Ziel der Ergreifung der mutmaßlichen Täter vorangetrieben. Die marokkanische Polizei will, nachdem Oumaima gefunden wurde, das mutmaßliche Opfer besucht haben, um Aussagen zum Tathergang und zu den Tätern zusammenzutragen. Doch die junge Frau machte keine Aussagen zu ihrem Verschwinden.

Die marokkanischen Sicherheitsdienste machten öffentlich, dass sie im August 2018 eine ähnliche Anzeige wegen Entführung und Vergewaltigung des Teenagers erhalten hatten.

Bürger äußern Besorgnis und Mitgefühl in den sozialen Medien.

Besorgte Bürger bildeten Facebook-Gruppen unter anderem mit dem Titel „Wir alle sind Oumaima“ oder „Kulna Oumaima“ (umgangssprachlich). Die Einträge zeugen von der Sorge vor dem Problem der sexuellen Übergriffe in Marokko und sammelten Bekundungen der Solidarität und Mitgefühl mit Oumaima. Der aktuelle Fall erinnert unweigerlich an die Entführung und wochenlangen Missbrauch der 17-jährigen Khadija, durch eine Gruppe von mehreren Männern, der weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Die Polizei verhaftete im Jahr 2018 12 Männer, die von der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung angeklagt wurden, aber der Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen, da er immer wieder verschoben wird.

Marokko – Prozessauftakt im Fall Khadija erneut vertagt.

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