Tunesien – Vollverschleierung und Verdecken des Gesichts verboten.

Verbot erfolgt im Kontext der jüngsten Terroranschläge in Tunis

545
Vollverschleierung
Vollverschleierung

Verbot gilt für alle öffentlichen Gebäude und Einrichtungen aus Sicherheitsgründen.

Tunis – Die tunesische Regierung hat für alle öffentlichen Gebäude und Einrichtungen ein Verbot der Vollverschleierung bzw. des Verdeckens des Gesichts ausgesprochen. Am vergangenen Freitag ordnete der Premierminister Youssef Chahed per Erlass an, dass keine Person ein Gebäude der Behörden, der Regierung, der Justiz oder sonstigen öffentlich – rechtlichen Einrichtungen betreten darf, wenn das Gesicht nicht zu erkennen ist. Der Erlass wurde an alle genannten Stellen versendet. Dies bestätigte ein hoher Beamter gegenüber der Tunis Afrique Presse Agency (TAP). Nach seinen Angaben gilt der Erlass mit sofortiger Wirkung.

Verbot erfolgt im Kontext der jüngsten Terroranschläge in Tunis

Dieser Erlass kam wenige Tage nach einem Terroranschlag in der tunesischen Hauptstadt, der vor allem den Sicherheitskräften gegolten hat. Bei dem Anschlag vom 27. Juni kamen ein Polizist und ein Zivilist ums Leben. Weitere sieben Personen wurden teils schwer verletzt. Ebenfalls kamen die beiden Attentäter bei dem Selbstmordanschlag ums Leben. Details über die Methode der Selbstmordattentäter wurden noch nicht bekannt gegeben. Der Erlass des Premierministers scheint aber deutlich im Zusammenhang mit den Ermittlungsergebnissen zu stehen.

Tunesien – Zwei Bombenanschläge in Tunis

Tunesien nicht das erste Land, dass die Vollverschleierung einschränkt.

Durch den Erlass ist das Tragen einer Vollverschleierung in Tunesien nicht gänzlich verboten. Aber der Zutritt zu öffentlichen Gebäuden ist für Personen mit Vollverschleierung nicht mehr erlaubt. Es handelt sich daher nicht um eine Vorschrift, um das allgemeine Tragen der Vollverschleierung, die von Vertretern dieser Kleidung mit religiösen Vorschriften begründet wird, zu verbieten, sondern um eine Sicherheitsmaßnahme.

Tunesien ist nicht das erste islamische Land, das diese Kleidungsform einschränkt. Bereits im Januar 2017 sprach das Königreich Marokko ein Verkaufsverbot von Kleidung aus, die eine Vollverschleierung vorsehen. Auch hier waren taktische Sicherheitserwägungen Grund für die Maßnahme. Offensichtlich hat man in beiden Ländern Sorge, dass sich Attentäter mit Hilfe dieser Kleidungsform tarnen und Anschläge verüben.

Marokko verbietet den Verkauf von Burkas – Burkaverbot.

Empfohlener Artikel