Marokko – Solidaritätszuschlag für Unternehmen mit hohen Gewinnen.

Unternehmen mit hohen Gewinnen sollen Solidaritätszuschlag von 2% bis 3% zahlen.

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Unternehmen mit hohen Jahresgewinnen sollen eine Sondersteuer entrichten.

Rabat – Die Beratungen in den beiden Kammern des marokkanischen Parlaments, über den kommenden Haushaltsplan 2019, stehen an. Noch vor der Veröffentlichung dringen immer mehr Details zu möglichen Maßnahmen der Regierung an die Öffentlichkeit. Offenbar plant die Regierung Einnahmenverbesserungen durch Steuererhöhungen oder gar Sondersteuern. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass man in Rabat die KFZ-Steuer anheben möchte. Nun will man aber auch Unternehmen etwas mehr zu Kasse bitten. Zunehmend wird deutlich, dass die durch König Mohammed VI. versprochenen sozialen Projekte nicht zum Nulltarif zu bekommen sind. Der Solidaritätszuschlag für größere Unternehmen soll Gelder in die Kasse spülen.

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Unternehmen mit hohen Gewinnen sollen Solidaritätszuschlag von 2% bis 3% zahlen.

Die von der Regierung geplante Sondersteuer auf Unternehmensgewinne, die als Solidaritätszuschlag bezeichnet wird, soll zwischen 2% und 3% betragen. Dabei sollen nur Unternehmen betroffen sein, die einen Jahresgewinn von 50 Millionen marokkanische Dirhams (MAD) (ca. 4,57 Mio. €*) oder mehr erwirtschaften.

Das Nachrichtenmagazin Telquel Arabi bezieht sich auf öffentliche Äußerungen des Regierungschefs. Saâd-Eddine El Othmani soll in der letzten Woche, bei einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern, mitgeteilt haben, dass die Regierung Unternehmensgewinne von 50 Millionen oder mehr MAD mit 2% bis 3%, als Solidaritätsbeitrag, zusätzlich besteuern will.

Solidaritätszuschlag mit großen Unternehmen abgestimmt.

Diese Sonderabgabe, Sondersteuer bzw. der Solidaritätszuschlag scheint mit den großen Unternehmen bereits abgestimmt zu sein, so Telquel Arabi weiter, da es keinen übermäßigen Widerstand bisher gibt. Hintergrund ist offenbar, dass die Regierung El Othmani die Senkung der Unternehmenssteuern für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) kompensieren muss. Im letzten Jahr hatte man die Abgabenlast für KMUs gesenkt, um Beschäftigung zu schaffen. Dies hat dazu geführt, dass im Haushalt ein Finanzloch von ca. drei Milliarden MAD entstanden ist. Sofern die KMUs weiterhin von einer Abgabensenkung profitieren sollen, muss das Finanzloch gestopft werden. „KMUs müssen durch solche Steuermaßnahmen gefördert werden, aber gleichzeitig müssen die großen ihre Hände in die Tasche stecken, um ihnen dabei zu helfen“, sagt eine Regierungsquelle gegenüber Telquel Arabi.

*Wechselkurs 14.10.2018

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