Marokko und Kuba nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Der UN-Botschafter Kubas und der UN-Botschafter Marokko trafen sich in New York.

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Marokko und Kuba
Marokko und Kuba nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Marokko und Kuba nehmen offiziell diplomatische Beziehungen auf.

Rabat / Havanna / New York – Marokko und Kuba nehmen diplomatische Beziehungen auf und beenden damit eine jahrzehntelange politische Eiszeit. Dies meldet die staatliche marokkanische Presseagentur MAP. Das Außenministerium hat die Aufnahme der diplomatischen Beziehung bestätigt. Die Vereinten Nationen sind von dieser Vereinbarung informiert worden. Der UN-Botschafter Kubas und der UN-Botschafter Marokko trafen sich in New York und vereinbarten ein entsprechendes Abkommen, das auch ein Memorandum zur gegenseitigen Unterstützung beinhaltet.

Ende einer 50 jährigen politischen Eiszeit.

Nur kurze Zeit nach dem Besuch von König Mohammed VI. von Marokko in Kuba, der offiziell als private Urlaubsreise bezeichnet wurde, beenden beide Lände eine über 50 Jahre andauende Eiszeit.

Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, durch erhöhte Spannungen geprägt und wurden letztendlich ganz abgebrochen.
Der Konflikt entstand, aus Sicht Marokkos als Folge der Unterstützung Algeriens durch Fidel Castros Kuba während des sog. Sandkriegs. In Folge von unklaren Grenzziehungen zwischen Algerien und Marokko nach dem Rückzug der Kolonialmacht Frankreich, gab es einen zeitlich begrenzten militärischen Konflikt zwischen den Nachbarländern. Auch im Konflikt um die Westsahara hat Kuba die Haltung Algeriens unterstützt und letztendlich auch die Polisario, sowie den von ihr formulierten Anspruch auf die Westsahara anerkannt. Letzteres veranlasste Marokko 1980, die bis dahin noch existierenden diplomatischen Beziehungen abzubrechen.

Ziel Marokkos ist es die Anzahl der Unterstützer der Polisario zu verringern.

Die Eröffnung einer marokkanischen Botschaft in Kuba und eine kubanische Botschaft in Marokko wird es den beiden Ländern ermöglichen, einen direkten Kommunikationskanal wiederherzustellen und zu pflegen. Für die Polisario könnte dies ein Rückschlag sein, denn Kuba galt bisher als einer ihrer wichtigsten internationalen Unterstützer. Tatsächlich setzt Marokko seine Strategie fort und entzieht der Polisario schrittweise die internationale Unterstützung durch Aussöhnung und Kooperationen. Einen ersten Höhepunkt dieser Strategie stellte die Rückkehr Marokkos in die Afrikanische Union da. Nun folgte die Aufnahme eines Dialogs mit Kuba.

 

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