Tauwetter zwischen Marokko und Südafrika.

Marokko verfolgt seinen Masterplan konsequent weiter.

Marokko
Treffen zwischen Präsident Zuma und König Mohammed VI.

Überraschendes Treffen zwischen König Mohammed VI. und Präsident Jacob Zuma.

Abidjan – König Mohammed VI. von Marokko beweist erneut, dass er außenpolitisch für diplomatische Überraschungen sorgen kann. Für alle Teilnehmer unerwartet trafen sich König Mohammed VI., und Südafrikas Präsident Jacob Zuma in der Hauptstadt der Elfenbeinküste. Am Rande des EU-AU Gipfels in Abidjan trafen sich die beiden Staatsoberhäupter. Das Treffen wird von marokkanischer Seite als historisch bezeichnet, da die politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern seit vielen Jahren bestehen.

Weitere Annährungsschritte zwischen Präsident Zuma und König Mohammed VI., vereinbart.

Wie von marokkanischer Seite berichtet, soll es bei dem Treffen „herzlich und offen“ zugegangen sein. In dem Gespräch machten beide Seiten ihre Standpunkte zu Fragen der Afrikanischen Entwicklung deutlich und definierten sich gegenseitig als wichtige Pole der politischen und wirtschaftlichen Stabilität Afrikas. Es wurde bei dem Treffen vereinbart, dass man gemeinsam an der Entwicklung einer „vielversprechenden Zukunft“ Afrikas arbeiten möchte.

Entwicklung und Einleitung von wirtschaftlichen und politischen Beziehungen.

Sie kamen ferner überein, den direkten Kontakt zueinander aufrechtzuerhalten, um fruchtbare wirtschaftliche und politische Partnerschaften einzuleiten. Diese sollen starke, dauerhafte und stabile Beziehungen schaffen und über die Situation hinauszugehen, die die bilateralen Beziehungen seit Jahrzehnten geprägt haben, so Maghreb-Arabische Presse MAP weiter.

In diesem Zusammenhang haben der marokkanische Monarch und Präsident Zuma beschlossen, das Niveau der diplomatischen Vertretungen durch die Ernennung hochrangiger Botschafter in Rabat und Pretoria zu erhöhen.

Hochrangige Delegation beider Länder bei dem Treffen anwesend.

Von Seiten Marokkos nahmen der Berater des Königs, Fouad Ali El Himma, und der Ministers für Auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit Nasser Bourita teil. Auf südafrikanischer Seite waren der Minister für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Maite Nkoana-Mashabane, der südafrikanische Botschafter bei der Afrikanischen Union, Ndumiso Ntshinga, und der Rechtsberater des südafrikanischen Präsidenten, Michael Hulley, anwesend.

Unerwartete Annäherung zwischen zwei Rivalen.

Dieses Treffen, das für viele Beobachter überraschend zustande kam, stellt eine Abkehr von der Politik des sog. „leeren Stuhls“ dar, die Marokko in der Vergangenheit eingesetzt hatte. Bisher hat Marokko den Kontakt zu jedem Land gemieden und Treffen mit politischen Vertretern abgelehnt, die die sog. „Demokratische Arabische Republik Sahara“ (DARS) und ihren bewaffneten Arm „Polisario-Front“ unterstützten. Zu diesen Staaten gehörte seit 2004 auch Südafrika. Nach dem Ende der Apartheid 1994 unterhielten beide Länder normale diplomatische Beziehungen. Im September 2004, als Südafrika beschloss die selbsternannte DARS anzuerkennen, änderte sich dies. Gemeinsam mit Algerien gehört Südafrika zu den deutlichsten Gegnern Marokkos in Afrika. Erst im letzten Jahr haben beide Länder wieder Botschaften eröffnet und somit offiziell diplomatische Beziehungen zueinander aufgenommen – maghreb-post berichtet.

Marokko verfolgt seinen Masterplan konsequent weiter.

Die marokkanische Diplomatie und König Mohammed VI., verfolgen ihren Masterplan konsequent weiter – maghreb-post berichtete. Marokko kehrt in die afrikanische Gemeinschaft als starker politischer und wirtschaftlicher Partner zurück, positioniert sich für die Welt als Tor zu Afrika und gehört zunehmend zu den größten Investoren auf dem afrikanischen Kontinent. Damit schafft es einen Anreiz für viele Länder Afrikas sich mit Marokko auf Partnerschaften einzulassen, womit es dann wenig sinnvoll erscheint gegensätzliche Positionen einzunehmen. Marokko löst die Front seiner bisherigen Widersacher durch Kooperation auf. Wer in Zukunft an dem sich in Marokko entwickelnden wirtschaftlichen Kuchen teilhaben will, muss Marokko in Zukunft unterstützen oder zumindest seinen Widerstand aufgeben. Marokkos Wirtschaftskraft wird wachsen, weil Länder wie China, Russland und Teile Südamerikas das nordafrikanische Königreich als logistische Plattform für Afrika entdeckt haben und bereits Milliarden von US-Dollar investieren.

Marokko löst politische Hindernisse und Fronten auf.

Gleichzeitig löst Marokko so mehrere Probleme gleichzeitig. Die Wirtschaft bekommt Zugang zum afrikanischen Markt, die jahrzehntelange politische Isolation in Afrika wird aufgelöst, der internationale Druck wegen der Westsahara verringert sich und der politische Rivale Algerien verliert seine Unterstützer oder wird sogar isoliert – maghreb-post berichtete. Marokko kann jetzt alle seine seit Jahren bestehenden Planungen umsetzen, weil zwei außenpolitische Machtfaktoren weggefallen sind, die Marokko behinderten.

Zum einen ist Algerien aktuell in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die algerische Wirtschaft ist zwar vom Volumen er deutlich größer, ist aber fast vollständig vom Verkauf des heimischen Rohöls und des Erdgases abhängig. Die Preise auf dem Weltmarkt sind sehr niedrig und erholen sich erst langsam. Das hat zu ernsten Einnahmeverlusten geführt und den Druck auf die Regierung in Algier erhöht, notwendige Wirtschaftsreformen durchzuführen. Darüber hinaus ist Algerien politisch mit sich selbst beschäftigt. Die Frage steht im Raum, wer auf den erkrankten Staatspräsidenten Abdelaziz Bouteflika spätestens 2019 folgen kann.

Der andere Machtfaktor ist der Niedergang Libyens. Unter der Herrschaft von Oberst Muammar al-Gaddafi war Libyen einer der größten Geldgeber der Sub-Sahara Region und erklärter Widersacher Marokkos. Das Geld aus dem lybischen Erdöl fließt jetzt in dunkle Kanäle und einen einheitlichen Staat Libyen gibt es de facto nicht. Damit kann Marokko jetzt in ein Machtvakuum vorstoßen. Auch Präsidenten wie Jacon Zuma erkennen dies.

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